Elektrofahrzeuge sind jetzt wieder mehr gefragt

Autotechnik – Elektrische Antriebe wurden in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Dennoch besteht weiterer Optimierungsbedarf.
Verbrennungsmotor.jpg © BZ/StockingerGrößer Der elektrische Antrieb ist an sich nichts Neues: Das erste primitive Elektrofahrzeug von Robert Anderson stammt aus dem Jahr 1839, das erste offiziell anerkannte von Gustave Trouvé aus dem Jahr 1881. Ab etwa Anfang des 20. Jahrhunderts nahm aber die Bedeutung der elektrischen Antriebe ab, jene der Verbrennungsmotoren zu. Der Grund hierfür ist nicht zuletzt in einem geringen Ölpreis auszumachen. Dessen Anstieg mit der Ölkrise 1973/74 und ab 1990 machte Elektromotoren mit hohem Wirkungsgrad wieder interessant.

Vom Mikrohybrid zum rein elektrischen Fahren


Auch die derzeitige Wirtschaftskrise scheint daran wenig zu verändern. Diesem Eindruck konnte man sich vergangene Woche beim Expertenforum "Vom Verbrennungsmotor zum Elektrofahrzeug" des ÖAMTC und des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau der Technischen Universität Wien nicht entziehen. Gleich vier namhafte Motoren- und Fahrzeughersteller zeigten, wie sie den Weg zum reinen Elektrofahrzeug mit geringen beziehungsweise ohne Lärm- und Abgas­emissionen planen.
Vielfach geht er über Hybridfahrzeuge in den unterschiedlichsten Ausprägungen: Die erste Stufe ist der Mikrohybrid. Dieser verfügt über  eine Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung, nicht jedoch über zwei unterschiedliche Antriebsquellen. Beim Mildhybrid unterstützt ein Elektroantriebsteil bereits den Verbrennungsmotor, Vollhybride können schon rein elektromotorisch fahren. Bei sogenannten Plug-in-Hybriden schließlich können die Akkus nicht nur durch den Verbrennungsmotor, sondern auch am Stromnetz aufgeladen werden.

Kernproblem liegt in den Batterien

Hybridfahrzeuge.jpg © BZ/StockingerGrößer Mit den Hybridlösungen umschifft man auch die geringe Reichweite der reinen Elektrofahrzeuge, die – abgesehen von teuren Spezialkonstruktionen – maximal rund 150 Kilometer beträgt. Daran Schuld ist die niedrige Energiedichte (Wh/kG) der Batterien. Gemäß Otmar Bitsche von Mercedes Benz liegt diese bei Blei-Batterien bei rund 40 und bei Lithium-Ionen-Batterien bei etwa 170. Ein Vergleich hierzu: Benzin und Diesel haben eine Energiedichte von knapp 12.000 Wh/kg.
Laut Christine Tissot von der Renault-Nissan Allianz könnte die neue gewichtsreduzierende Lithium-Ionen-Technologie den Durchbruch für eine Massenproduktion und damit für eine flächendeckende Einführung vollwertiger Elektrofahrzeuge bedeuten. Die­se werden aber nach wie vor aufgrund der aufwendigen Batterien in der Anschaffung teurer sein als Autos mit Verbrennungsmotoren. Für eine weitere Forcierung der Elektrofahrzeuge werden daher steuerliche und andere legistische Anreize (etwa erlaubte Benützung von Busspuren für Elektrofahrzeuge oder Ausnahme von Fahrverboten) notwendig sein. Außerdem muss die notwendige Infrastruktur, zum Beispiel in Form von Ladestationen, zur Verfügung gestellt werden.

04.05.2009