Nachtkerzen-Wurzeln dienen als Salat

weidinger.jpg © Archiv WeidingerGrößer Ursprungsland der Nachtkerze ist Nordamerika. Seit Beginn des 17. Jahrhunderts in Europa heimisch, wächst sie verwildert an Bahndämmen, Wegrändern, Böschungen und Schuttplätzen.
Oenothera biennis: Diese zweijährige Pflanze bringt im ersten Jahr eine am Boden anliegende Blatt­rosette hervor. Im zweiten Jahr bildet sich aus ihr der bis zu 150 cm hohe Stängel mit einer Traube großer schwefelgelber, duftender Blüten.
Die dicken, rübenförmigen Wurzeln: Sie werden  im Herbst des ersten oder jetzt im Frühjahr des zweiten Jahres noch vor dem Austreiben des Blütenstängels gesammelt.
Man kann die Nachtkerzenwurzeln zu Salaten, aber ebenso zu Gemüse und Suppen verwenden. Sobald die Blüten erscheinen, wird die Wurzel jedoch hart!
Die richtige Zubereitung: Die Wurzel wird beim Schaben schleimig-klebrig, daher soll man sie gleich in Essigwasser legen. Der Geschmack ist ähnlich der Schwarzwurzel, nur etwas süßlicher. – Die gründlich gewaschene und geschabte Wurzel in Salzwasser kochen, in Scheiben schneiden und mit Essig und Öl als Salat zubereiten.
Eine Besonderheit dieser Bauerngarten-Pflanze: Sie öffnet abends kurz nach Sonnenuntergang ihre Blüten mit einer einmaligen Schnelligkeit. Die Blütenblätter klappen sich nacheinander auf, dann neigt sich der lange Griffel mit der vierlappigen Narbe nach unten. Und bald umschwirren Nachtfalter eifrig diese Zierblume und laben sich am Nektar.
Medizinische Eigenschaften: Die blühenden Sprossspitzen werden klein geschnitten, drei Teelöffel voll mit 1/4 l Wasser im Heißaufguss als Tee zubereitet, wovon man täglich zwei Tassen trinkt.
Dieser Tee ist bei Husten, Multipler Sklerose, bei Erkrankungen, die Krämpfe und Schmerzen im Magen, am Pförtner und im Darmbereich verursachen, hilfreich.

10.06.2010