Alpakas passen gut nach Tirol

Die Tiroler Landwirtschaft hat um einiges mehr an Vielfalt zu bieten als nur Rinderhaltung und Milchwirtschaft. Das beweisen Renate und Franz Mader aus Gschnitz im Bezirk Innsbruck-Land seit 2016 mit der Zucht von Huacaya-Alpakas auf ihrem „Krustnerhof“ auf über 1.200 Metern Seehöhe.

Renate und Franz mit den Alpakahengsten Bruno und Valentino bei einer ihrer Wanderungen im Gschnitztal. FOTO: Privat

Fernsehen bildet – oder bringt, wie im Fall von Renate und Franz Mader, zumindest auf gute Ideen. Nachdem Franz eine Fernsehreportage über Alpakas gesehen hatte, war ihm klar: Die flauschigen Paarhufer müssen auf seinem Hof, dem „Krustnerhof“ im Gschnitztal (Bezirk Innsbruck-Land) auf 1.242 Metern Seehöhe, einziehen. „Die Idee hat uns nicht mehr losgelassen“, berichtet auch Renate Mader von der Begeisterung für die Tiere. Im Jahr 2013 konnten Franz und Renate den Hof übernehmen, und im Mai 2016, sieben Jahre nach der Initialzündung durch das Fernsehen, zogen die ersten vier Alpakadamen nach Gschnitz. „Wir haben lange überlegt, wie wir den Hof im Nebenerwerb führen und dennoch rentabel halten können“, blickt Renate zurück. Da Franz eine eigene Firma, spezialisiert auf Erdbau, führt, war der Vollerwerb keine Option. Renate: „Die Alpakas haben sich als beste Alternative angeboten.“ Es müsse nicht immer die typische Rinderhaltung sein, die kleinstrukturierte Tiroler Landwirtschaft erlaube auch andere Tierhaltungszweige.

Die abgeschiedene und idyllische Umgebung rund um den „Krustnerhof“ ist perfekt für die Alpakawanderungen geeignet.
FOTO: BZ/Pixner

Sanftmut als Zuchtziel
Alpakas gelten als zufriedene Tiere, die einen niedrigeren Arbeitsaufwand verursachen als das meiste andere Vieh. Dennoch dürfe man die Arbeit nicht unterschätzen, versichert Renate: „Genau wie die Herstellung der Produkte aus Alpakawolle erfordert auch die Zucht einigen Zeitaufwand.“ Aus den anfangs vier Kamelen ist mittlerweile eine kleine Herde mit jeweils sechs Stuten und Hengsten sowie einem Fohlen geworden. Zwölf der Tiere gehören der Rasse der Huacaya an, ein Hengst ist ein Suri-Alpaka. Heuer soll die Zucht mit eigenen Deckhengsten gestartet werden. „Bei der Zucht ist mir neben dem Aussehen das gute Gemüt der Alpakas ein Anliegen. Wichtig ist mir im Allgemeinen auch eine ruhige Herde“, zählt Renate ihre Kriterien für eine erfolgreiche Nachzucht auf.

Die Alpakazucht mit den eigenen Deckhengsten soll heuer gestartet werden.
FOTO: BZ/Pixner

 

Entschleunigtes Wandern
Neben der Zucht hat sich Renate auch auf geführte Alpaka-Wanderungen sowie auf Kindergeburtstage mit den neugierigen Tieren spezialisert. 2018 hat sie dafür die Ausbildung als Wanderführerin absolviert. „Den Teilnehmern der Wanderung geht es oft einfach nur um die Entschleunigung, die das ruhige Wesen der Tiere mit sich bringt.“ Die große Beliebtheit der Alpakas bei Kindern ist ebenso dem Gemüt der Tiere geschuldet, die sehr zutraulich und neugierig sind. „Man muss sich nur da-
rüber im Klaren sein, dass Alpakas keine Streicheltiere sind“, erklärt Renate Mader.
In den Kinderschuhen steckt zurzeit noch das nächste Projekt – ein eigener Hofladen. Der Anbau sollte in zwei Monaten fertiggestellt sein, die Eröffnung wird noch im August folgen.

Derzeit ist der hofeigene Laden der Familie Mader noch im Bau. Im August sollen darin schon die Alpakaprodukte zum Verkauf angeboten werden.
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Woll-Produkte bald ab Hof
Im hofeigenen Laden möchte Renate ihre aus Alpakawolle hergestellten Produkte, vor allem Decken und Polster, verkaufen. „Die Alpakas leben unter den besten Bedingungen – natürlich wirkt sich das positiv auf die Qualität des Endproduktes aus“, ist die Kamelzüchterin stolz. Pro Tier rechnet sie mit drei bis sechs Kilogramm Wolle pro Jahr, 40 Kilo erwartet sie sich insgesamt bei der heurigen Schur, die noch diese Woche stattfinden soll. „Die Rückmeldungen der Kunden sind bisher sehr zufriedenstellend. Pluspunkte sind die Natürlichkeit des Produktes und der direkte Kontakt mit den Tieren“, berichtet Renate und freut sich über die Beliebtheit ihrer „Gschnitzer Alpakas“.

Unter der Marke „Gschnitzer Alpaka“ werden die Polster und Decken verkauft.
FOTO: BZ/Pixner

Krustnerhof: Die „Gschnitzer Alpakas“ der Familie Mader

Auf 1.242 Metern Seehöhe befindet sich in Gschnitz (Bezirk Innsbruck-Land, Tirol) der „Krustnerhof“. Das Anwesen ist seit dem Jahr 2013 im Besitz von Renate und Franz Mader. Der Bergbauernhof umfasst 7,5 Hektar Grünlandfläche und 5,5 Hektar Wald. Familie Mader hat im Jahr 2016 den Stall umgebaut und ist zunächst mit vier Tieren in die Alpakahaltung eingestiegen. Bis dato ist die Herde auf zwölf Huacaya- und ein Suri-Alpaka angewachsen. Unter dem Namen „Gschnitzer Alpakas“ werden die Alpakas und ihre Produkte vermarktet. Renate Mader veranstaltet Alpaka-Wanderungen und Kindergeburtstage mit den Tieren. Die Alpakawolle wird zu Bettdecken und Polstern weiterverarbeitet. Im August 2019 soll der neu gebaute Hofladen fertiggestellt und eröffnet werden. www.alpaka.tirol

Hannah Pixner

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