Bauern im Weinviertel fordern Hilfe gegen Mäuseplage

Selbst vor der Rinde von Marillenbäumen machen die Schadnager nicht mehr Halt.

Auch Marillenbäume und Weinreben werden schon angefressen – eine Massenvermehrung von Feldmäusen im Weinviertel (NÖ) verursacht gravierende Schäden an Getreide und weiteren Ackerkulturen. Schon seit Mitte Juli berichten Landwirte in den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach über kahlgefressene Getreidefelder (BauernZeitung Nr. 30/25. Juli 2019). In einzelnen Weizenschlägen haben die Mäuse bis zu 70 Prozent (!) des Ertrags gefressen. Entsprechende Bekämpfungsstrategien wurden vorgeschlagen, wie u. a.:
• Strohnester vermeiden oder
• Begrünungsvarianten mit Herbstumbruch.

Begrünungsumbruch ermöglichen

Nun hat sich die in der unter der Mausepidemie leidenden Region tätige bäuerliche Erzeugergemeinschaft „egz Zistersdorf” in einem offenen Brief an Politik und Medien gewandt, um Unterstützung bei der Problemlösung zu erreichen. Konkret fordert die egz:
• eine Entschädigung aus dem Katastrophenfonds für „Großschäden” bzw., wenn der Ernteausfall 30 Prozent oder mehr beträgt,
• Begrünungen im Rahmen des Öpul ohne Prämienverlust außerhalb des bestehenden Zeitrahmens anbauen bzw. bei Bedarf umreißen zu dürfen, sowie mehr Handlungsfreiheit bei standörtlichen Kulturmaßnahmen und
• angepasste Versicherungslösungen, denn derzeit sind laut ezg weder Sommergerste noch Mäuseschäden versicherbar.

Schäden entlang von Blühflächen und Böschungen

Die egz verweist in ihrem Brief auf drei aufeinanderfolgende schlechte Ernten im nordöstlichen Weinviertel. Aufgrund von Trockenheit und Hitze habe man in der Region Gänserndorf-Mistelbach seit 2017 keine Normalernte mehr einbringen können. Heuer komme noch die Mäuseplage hinzu. Eine stichprobenartige Schnellerhebung unter den von Mäuseschäden betroffenen bäuerlichen Betrieben habe binnen fünf Tagen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, eine Schadfläche von rund 3.100 Hektar in etwa 116 Betrieben ergeben. Die Schadausmaße liegen in der Bandbreite von zehn Prozent bis zu Totalausfällen. Auffallend sei, so die Feststellung der egz, dass die größten Mäuseschäden im Ausmaß von bis zu 75 Prozent speziell bei Durum entlang von Blühflächen auftreten sowie ausgehend von Böschungen und Straßenrändern.
Nachdem die Getreideflächen nun abgeerntet sind, fressen die Mäuse jetzt auch an Mais, Kürbis, Zuckerrübe und Sonnenblume. Selbst Marillenbäume und Weinreben sind gefährdet.

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