„Butter so teuer wie noch nie“, „Fette Preisaufschläge auf Butter“ oder “Butter-Engpass befürchtet” – so titelten in den vergangenen Tagen verschiedene Tageszeitungen. Derzeit beginnt der Preis für ein Viertelkilo Butter bei 2,39 Euro. Noch vor Kurzem kostete dieselbe Menge Butter 1,79 Euro. Der Bauernbund und die Landwirtschaftskammer fordern nun, mit der Panikmache aufzuhören, Butter würde zu einem Luxusartikel werden.

Tatsächlich waren die Preise in der Vergangenheit zu niedrig angesiedelt und lagen unter dem Verbraucherpreisindex, erklärte Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Außerdem würden für die Konsumenten bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von fünf Kilo Butter pro Jahr nur 80 Cent an Mehrkosten pro Monat entstehen.

Josef Moosbrugger, Milchausschuss-Vorsitzender der LKÖ erklärt: „Der jetzige Preisanstieg hat triftige Gründe: Die Überschüsse auf dem EU-Markt sind Vergangenheit, die Verdrängung von Butter durch Palmöl in manchen Lebensmitteln ist EU-weit rückläufig, und auch global haben die Milchpreise deutlich angezogen. Egal, ob in den USA, in Russland oder in Neuseeland, man wird Butter und Milchpulver heute kaum irgendwo billiger finden. Der Selbstversorgungsgrad bei Milch in Österreich geht Richtung 170 Prozent, die Milchanlieferung liegt seit März 2017 über den Vorjahren, Österreichs Molkereien werden sich sicher nach den Bedürfnissen von Verbrauchern und Lebensmittelhandel ausrichten.“

Die vergangenen zwei Jahre waren für die heimischen Milchbauern extrem hart: Laut Strasser lag der Milchpreis in den vergangenen zwei Jahren bei existenzbedrohenden 26 Cent netto. Rund 1000 Milchbauern mussten 2016 aufgrund der niedrigen Erzeugerpreise die Produktion einstellen. Jetzt bekommen die heimischen Milchbauern gut 37 Cent netto für einen Liter Milch. “Diese Steigerung war dringend notwendig, sonst wäre das Bauernsterben unaufhörlich weitergegangen. Jetzt können die Betriebe wieder wirtschaften”, betont Strasser.

Die mediale Panikmache sieht der Bauernbund-Präsident kritisch: “Die Butter wird uns nicht ausgehen, wie bereits zahlreiche Medien spekuliert haben. Es ist genug Butter am Markt verfügbar.” Außerdem gibt Strasser zu bedenken, dass Qualität auch etwas wert sein muss. Er betont: “Unsere Landwirte liefern hochqualitative Produkte, die österreichische Milchwirtschaft ist europaweit einzigartig. Wir produzieren gentechnikfrei und in höchster Qualität, das muss den Konsumenten auch ein paar Cent mehr wert sein.”

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