Bio Austria fordert mehr Agrar-Umweltmaßnahmen

Diese Woche fanden in Oberösterreich die Bio Austria-Bauerntage statt. Die größte Weiterbildungsveranstaltung für die biologische Landwirtschaft Österreichs wurde heuer bereits zum 15. Mal abgehalten und stand diesmal unter dem Motto "Vielfalt".

Bio Austria Obfrau Getraud Grabmann kritisiert die geplanten Kürzungen des EU-Agrarbudgets und fordert mehr Ambition für Umweltmaßnahmen.

Bei einer Podiumsdiskussion kritisierten Bio Austria-Obfrau Gertraud Grabmann und der OÖ. Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisecker die geplanten Kürzungen des EU-Agrarbudgets. Diese würden insbesondere die zweite Säule treffen, aus der bis dato die Agrar-Umweltmaßnahmen finanziert wurden. “Es wäre angesichts der umwelt- und klimabezogenen Herausforderungen geradezu rückschrittlich, ausgerechnet bei den Agrar-Umweltmaßnahmen zu sparen. Das wäre Sparen auf Kosten der Umwelt und unserer Enkelkinder”, betonte Grabmann im Zuge der Bauerntage.

Mehr Mittel für Leistungen der Landwirtschaft für Umwelt und Gesellschaft

Für den Plan der Kommission, die Entscheidungen über die Mittelverwendung den Mitgliedsstaaten zu überlassen, fanden sowohl die Bio Austria-Obfrau als auch Copa-Vizepräsident Reisecker deutliche Worte. Grabmann betonte: “Die Verantwortung für den Schutz der natürlichen Ressourcen abzugeben, ist nicht Sinn einer gemeinsamen Agrarpolitik. Und es ist auch nicht zielführend, denn nicht alle Staaten werden dem Thema ökologischer Nachhaltigkeit so große Bedeutung beimessen, wie Österreich dies bisher macht.” Reisecker meinte, dass einige neue Ansätze im Kommissions-Vorschlag interessant seien, aber die Ziele einheitlich von der EU vorgegeben werden müssten. Ansonsten seien Wettbewerbsverzerrungen vorprogrammiert.

“Plädoyer für die Biodiversität”

Karin Stein-Bachinger, vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung hielt in ihrem Vortrag ein “Plädoyer für die Biodiversität” und verwies auf die Bedeutung der Landwirtschaft für funktionierende Ökosysteme. Sie verwies dabei auf den unter anderem bewirtschaftungsbedingten Rückgang des natürlichen Lebensraumes für zahlreiche Arten und dabei auf den drastischen Rückgang an Feldvögeln und Insekten in den vergangenen Jahrzehnten. Die biologische Landwirtschaft wirke sich nachweislich signifikant positiv auf die Artenvielfalt aus, so die Agrarwissenschafterin. Dennoch gebe es auch in der Bio-Landwirtschaft noch Potenzial zur Steigerung der Biodiversitäts-Leistungen.

 

- Bildquellen -

  • DSC 8178: Bio Austria
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