Biofleisch direkt vom Bauern – nahgenuss.at

Auf der Internetseite www.nahgenuss.at haben Konsumenten derzeit die Möglichkeit, von etwa 30 Biobetrieben Fleisch von Schwein, Rind, Schaf oder Ziege zu bestellen. In Summe sind 80 Biobauern auf der Seite präsent. Foto: Lukas Sauseng

Wie bringt man das Angebot an Biofleisch zum qualitätsbewussten Konsumenten? Auf diese Frage haben die Brüder Micha und Lukas Beiglböck eine neue Antwort gefunden – die Internetplattform www.nahgenuss.at. Hier kann man direkt beim Bauern bestellen. Geschlachtet wird erst, wenn ein Tier ganz verkauft ist.

Das mit Sorgfalt produziert wird, ist gesund und schmeckt gut, und es trägt auch dazu bei, unseren Planeten und unsere Lebensgrundlage für die nächste Generationen zu schützen und zu bewahren“, aus dieser Grundhaltung heraus hat der in Graz lebende Micha Beigl­böck (29) gemeinsam mit seinem Bruder Lukas (32) im Jahr 2016 den Internetdienst www.nahgenuss.at gegründet.

Von der Nase bis zum Schwanz

Quelle: Julia Rauchenberger
Die Brüder Micha (l.) und Lukas Beiglböck mit einem Turopolje Schwein. Auf die Idee zur „Internet-Biofleischbörse“ kamen die beiden „Stadtkinder“ durch ihren Cousin, der Bioschweinehalter in der Oststeiermarkt ist.

Die Idee dahinter – qualitätsbewusste Fleischliebhaber und Biobauern zusammenbringen und durch den Direktverkauf das ganze Tier von der Nase bis zum Schwanz verwerten. Auf diese Weise bleibt mehr Geld beim Bauern und der Kunde bekommt frisches Bio-Fleisch zu günstigeren Preisen. Mit Kilopreisen zwischen 14 und 18 Euro für Bioschweine verschiedener Rassen (Schwäbisch Hällisch, Mangalitza, Turopolje) kann sich das Angebot bestens dem Vergleich mit Supermärkten stellen. Dumpingpreisangebote wie bei Discountern darf man nicht erwarten. Bei www.nahgenuss.at geht es darum, kleinere, familiäre Betriebe zu stärken, und sie in persönliche Beziehung und Wertschätzung zu den Konsumenten zu bringen. Die Idee zum Biofleischangebot per Internet hatten die beiden „Stadtkinder“ Micha und Lukas durch ihren Cousin, der in der Ost­steiermark Bioschweinehalter ist. Micha: „Unser Cousin hatte das Problem, dass die Edelteile wie Filet oder Karree schnell weg waren, der Rest dann aber viel schwieriger zu verwerten war.“ Als die Brüder Micha und Lukas dann einmal einige Wochen Zeit zum Nachdenken hatten, entstand die Plattform. Das Gründungsprinzip kommt immer noch darin zum Ausdruck, dass man eben nur Fleischpakete bestellen kann, beispielsweise ein Vorder- oder Hinterviertel vom Schwein, ein halbes Lamm oder ein Rindfleischpaket ab etwa vier Kilogramm. Geschlachtet wird ein Tier erst, wenn es zur Gänze verkauft ist. Damit soll die Verwertung „von der Nase bis zum Schwanz“ sichergestellt sein. Micha, der in Graz die Studien in Philosophie und Jus absolviert hat, und Lukas, ein Publizistik-Absolvent, machten sich an die Umsetzung. Micha kümmert sich von Beginn an um das Anwerben von Biobauern und um den Verkauf, Lukas um das Marketing. Gestartet sind die beiden Ende 2016 mit Schweinefleisch. Etwa ein Jahr darauf kam auch Fleisch von Rind, Schaf und Ziege dazu.

Küchenfertig zerlegt, vakuumiert verpackt

Mittlerweile bieten rund 80 Biobauern aus dem ganzen Bundesgebiet Fleisch über www.nahgenuss.at an. Derzeit haben davon etwa 30 Bauern ein aktives Angebot. Auf der Internetseite stellt sich jeder Betrieb vor und beschreibt seine Leistungen. Die Fleischpakete wiegen zwischen vier und 18 Kilogramm und bestehen aus verschiedenen Teilstücken, die küchenfertig zerlegt großteils vakuumiert verpackt werden.
Die Abholung kann direkt am Betrieb erfolgen, seit kurzem bieten einzelne Betriebe auch den Kühlversand per Post an. Dieser neue Service hat sich sehr gut bewährt und ist ein relativ kostengünstiges Mittel, um das Transportproblem zu lösen. Den Preis bestimmen die Bauern selbst, so bleiben die Mehreinnahmen am Hof und nicht bei einem Zwischenhändler. Die Kunden wiederum sehen, woher ihr Fleisch kommt und wer hinter der Produktion steht. Bezahlt wird direkt oder auf Rechnung. www.nahgenuss.at finanziert sich über eine Spanne von zwölf Prozent des erzielten Verkaufserlöses.

Im Supermarkt gibt es so ein Angebot nicht

Micha und Lukas Beiglböck sind laufend dabei, weitere Landwirte für ihr Angebot zu gewinnen. Sie sind überzeugt, dass der Online-Versand von Lebensmitteln ein wichtiges Thema ist, um spezielle Angebote auch an den Kunden zu bringen. Die Supermärkte bieten heute den unglaublichen Komfort, „um die Ecke Produkte aus aller Welt kaufen zu können“, www.nahgenuss.at habe aber ein Angebot, dass es so in keinem Supermarkt gibt, ist Micha Beiglböck überzeugt.

Kühlversand: In einem Tag frisch vor der Haustür

Der Kühlversand der Österreichischen Post ist ein neuer Service, der es ermöglicht, Frischwaren wie Fleisch ohne Unterbrechung der Kühlkette österreichweit zu liefern. Die Box ist in zwei Größen verfügbar und ist mehrfach verwendbar bzw. kann samt Kühlakkus auch gekauft werden. Die Laufzeit einer Sendung von Haustür zu Haustür beträgt einen Werktag. Die Kühlwirkung ist für 48 Stunden garantiert. Inklusive Rücksendung betragen die Versandkosten etwa zehn Euro. Man kann die Box gleich bei der Lieferung retournieren oder sie selbst zur Post bringen. Die Bezahlung der Sendung erfolgt meist auf Rechnung nach Zustellung. Ob ein Betrieb den Kühlversand anbietet, ist ersichtlich auf www.nahgenuss.at

 

WWW.NAHGENUSS.AT – EINE AUSWAHL AN BETRIEBEN IM KURZPORTRAIT

Quelle: Nahgenuss.at
Biohof Sauwohl: Karl Erdinger, 3754 Irnfritz (NÖ), hat seinen Betrieb im Jahr 2000 auf Bio umgestellt. Besondere Spezialität sind Mangalitza-Schweine in Freilandhaltung. Die Schlachtung erfolgt in einer nahen Fleischerei, zerlegt wird direkt am Betrieb. Ein Viertel vom Mangalitza mit ca. 16 kg Fleisch kommt auf 224 Euro. Wer sich den Biohof Sauwohl näher anschauen mag, kann dies im Internet auf www.biohof-erdinger.at. Auch Ferienwohnungen sind verfügbar.

Quelle: Nahgenuss.at
Biohof an der Hohen Wand: Kerstin Schmölz, 2724 Gaaden (NÖ), hat erst vor fünf Jahren ihren Biohof gegründet, „aus Liebe zu Schafen und zu den für den Weideumtrieb benötigten Border Collies“, wie sie sagt. Zu den Texel-Schafen gesellten sich bald auch Geflügel und einige Turopolje-Schweine. Die Tier werden im Freiland nach Bio Austria-Standard gehalten. Tierwohl steht im Vordergrund.Ein halbes Texel-Lamm mit ca. 8 kg zartem und saftigem Fleisch kommt auf etwa 136 Euro.

Quelle: Nahgenuss.at
Hofmanufaktur Wieser: Helmut Wieser, Rinderhalter in 3351 Weistrach (NÖ) hat sich der Biohaltung von Angus- und Galloway-Rindern verschrieben. Das Besondere – es handelt sich tatsächlich um „Weiderinder“, denn gefüttert wird ausschließlich mit Grünfutter und Heu. Den Winter über stehen die Rinder in einem Bewegungsstall auf Stroh. Zur Mast kommen Ochsen, die frühestens mit 24 Monaten geschlachtet werden. Ein Mischpaket Fleisch á 4 kg kommt auf 68 Euro.

Quelle: Nahgenuss.at
Handlhof Allerheiligen: Bettina und Franz Handl aus 8412 Allerheiligen bei Wildon (Stmk.) führen eine Biolandwirtschaft mit ganzjähriger Freilandhaltung von Schweinen nach Bio Austria-Standard. Gut geeignet für diese Haltungsform ist eine Kreuzung aus Schwäbisch-Hällischen mit Duroc. Geschlachtet wird in einem regionalen Schlachthof. Ein Hinterviertel mit 18 kg Fleisch kommt auf etwa 306 Euro. Selchwürstel, Speck und Schmalz sind Zusatzprodukte.

 

- Bildquellen -

  • 1836 Micha Lukas Beiglboeck Schwein Julia Rauchenberger: Julia Rauchenberger
  • 258 272 244882: Nahgenuss.at
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