Delegationen aus Nordirland, Serbien, China und der Türkei waren vergangene Woche zu Gast bei den Tierschauen auf der Rieser Messe. Auch beim Festabend anlässlich der 20-Jahr-Feier der oberösterreichischen Besamungsstation ließen sich ausländische Delegationen blicken. Wie berichtet gehen 95 Prozent der vermarkteten Zuchtrinder in den Export, zwei Drittel davon in die Türkei. Die in der Besamungsstation Hohenzell produzierten Samen werden in 65 Länder vermarktet – in andere EU-Länder genauso wie nach Nordafrika, Südamerika oder in die Türkei. Der Grund für das große Interesse und den Erfolg: Fleckvieh aus Österreich ist begehrt.

Doppelnutzung als Erfolg

„Das Zuchtziel bei Fleckvieh war immer die Doppelnutzung. Damit wird ein effizienter Weg verfolgt, um Milch und Fleisch zu produzieren“, sagt Peter Kreuzhuber von „genetic Austria“, dem Zusammenschluss der vier österreichischen Rinderbesamungsstationen. Genau diese Doppelnutzung ist ausschlaggebend für die große Nachfrage. Fleckvieh wird hauptsächlich nur in Österreich, Deutschland und Südtirol gezüchtet und da sei man „mit der österreichischen Zucht ganz vorne dabei“, sagt Josef Miesenberger, Geschäftsführer der oö. Besamungsstation sowie des Fleckviehzuchtverbandes Inn- und Hausruckviertel (FIH).
Die Nachfrage nach dieser Rasse sei auch Ausdruck dessen, dass man in der internationalen Zucht wieder einen Schritt „zum Natürlichen zurück“ gehe und man nicht mehr extreme Milch- oder Fleischleistungen bevorzuge, sagt Kreuzhuber. Dass
50 Prozent der von Österreich exportierten Fleckviehsamen auf Holsteinkühen besamt werden, beweist diese Trendumkehr.

Die Basis des Erfolgs sieht Miesenberger darin, dass die österreichische Zucht in bäuerlicher Hand liegt: „Die  Züchter sind unser größtes Kapital. Die Züchter identifizieren sich sehr stark mit ihren Verbänden.“ Bei der 20-Jahr-Feier vergangenen Donnerstag in Hohenzell wurde für Züchter und Mitarbeiter der Besamungsstation ein stimmungsvoller Abend ausgerichtet. Beiratsvorsitzender Berthold Haselgruber, der zugleich auch Obmann des RZO (Rinderzuchtverband und Erzeugergemeinschaft OÖ) ist, und Johann Hosner, Obmann des FIH, bedankten sich für das große Engagement.

Josef Miesenberger (l.) bedankte sich bei den „Stallbuam“ für ihre herausfordernde und mitunter gefährliche Arbeit mit den Zuchtstieren.

- Bildquellen -

  • 20 Jahre Besamungsstation: © BZ/Pichler
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