Einem Christbaumbauern über die Schulter geschaut

Die Wochen vor Weihnachten sind für einen Christbaumbauern wohl die stressigste Zeit des Jahres. Während andere den Advent bei Punsch und Kekserl genießen, werden die Tannen und Fichten geschnitten und verkauft. Was macht aber ein Christbaumbauer abseits der Weihnachtssaison? Arbeit gibt es jedenfalls genug, wie Tobias Flatz, leidenschaftlicher Christbaumbauer aus Alberschwende (Vbg.), weiß.

Seine 4.000 Bäume pflegt Tobias das ganze Jahr über. FOTO: MR

In Alberschwende bebaut Tobias Flatz 0,9 Hektar Christbaumkulturen. Rund 4000 Bäume der Sorten Nordmanntanne, Fichte und Weißtanne stehen am Waldrand unterhalb des Familienbetriebs. „Arbeit gibt es mit Christbäumen nicht nur vor Weihnachten“, erzählt Tobias. Im Gegenteil. „Mit der Pflege des Baumbestandes bin ich ganzjährig beschäftigt.“ Im Frühling setzt er die frischen Bäume und düngt mit Mist. Im Sommer mäht er die Bäume zirka fünf bis sechs Mal aus. „Wenn die jungen Triebe kommen, schneide und biege ich sie zurecht, sodass der Baum eine schöne Form bekommt“, so der 28-Jährige. Im Oktober werden alle Bäume, die im selben Jahr verkauft werden, mit einer Fahne gekennzeichnet. „Im Dezember kann es schon vorkommen, dass wir einen Meter Schnee haben, dann sieht man kaum noch was. Deshalb brauchen wir die Kennzeichnung.“ Bis ein Baum schließlich geschnitten und als Christbaum verkauft werden kann, dauert es rund zehn Jahre.

Tobias Flatz bei der Baumpflege
FOTO: Maschinenring

Nordmanntanne als Verkaufsschlager
Verkauft werden im Dezember rund insgesamt 350 Stück Tannen und Fichten direkt ab Hof. Den richtigen Baum suchen sich die Kunden aber immer häufiger schon im Oktober aus. „Der Baum, der ihnen am besten gefällt, bekommt eine Schleife und ist bis Dezember reserviert“, erzählt Tobias. „Am beliebtesten ist die Nordmanntanne, viele Leute wollen aber auch noch Fichten.“ Nicht nur private Kunden, sondern auch viele Firmen zählen zu Tobias‘ Kunden.

Jeder Baum direkt aus der Region
Bis zu Weihnachten Ruhe am Hof der Familie Flatz einkehrt, dauert es meist bis am 24. Dezember, nach Mittag. „Spätentschlossene kommen noch bis 12 Uhr zu uns. Wir lassen niemanden ohne Christbaum Weihnachten feiern“, so Tobias. Der Baum für die Familie ist dann schon ausgesucht und traditionell einfarbig geschmückt. „Die Natur ist krumm, ich bin auch nicht gerade gewachsen. Deshalb passt für mich jeder Baum. Jeder ist für mich gleich schön wie der andere.“ Dass die Bäume aus der Region kommen, ist vielen Kunden wichtig. Tobias‘ Bäume tragen alle das Qualitätsgütesiegel „Ländle Christbaum.“ Damit wird garantiert, dass der Baum aus Vorarlberg kommt.

Im Sommer geht’s auf die Alpe
Tobias Flatz ist begeisterter Christbaum-Bauer und noch viel mehr: Von Mai bis September ist er mit seiner Lebensgefährtin Katharina Fechter und dem gemeinsamen Sohn Jakob auf der Alpe Unter-Hirschberg. Aus 47.000 Litern Milch produzieren die beiden gelernten Käser über vier Tonnen Bergkäse. Die restliche Zeit des Jahres ist Tobias Vollzeit über Maschinenring Personalleasing beim Flussbauhof Lustenau im Einsatz. „Mit den flexiblen Arbeitszeiten beim Maschinenring kann ich mir alles super einteilen“, so der begeisterte Landwirt, der sich derzeit um den Verkauf seiner Bäume kümmert.

Gehen im Mai mit auf die Alpe Unter-Hirschberg: Die sieben Kühe der Familie Flatz.
FOTO: Maschinenring

 

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