EU-Parlament verlangt weitere Prüfungen zu Glyphosat

Strengere Regeln für die Pflanzenschutzmittelindustrie gefordert

Der Sonderausschuss im EU-Parlament hat über seinen Bericht zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln abgestimmt. Darin bringen die EU-Abgeordneten ihr Misstrauen zum Zulassungsverfahren nach der umstrittenen Verlängerung von Glyphosat zum Ausdruck. Im Bericht werden laufende weitere Prüfungen von bereits zugelassenen Wirkstoffen verlangt. Der umstrittene Herbizidwirkstoff Glyphosat soll zwar nicht gleich verboten werden, aber insbesondere daraufhin untersucht werden, ob bei langfristiger Anwendung doch noch Krebsrisiken auftreten sollten. Zahlreiche Abgeordnete misstrauen den Studien der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln, obwohl diese die Prüfung zumeist zertifizierten Labors von Dritten überlassen.
In ihrem Abschlussbericht verständigten sich die EU-Parlamentarier darauf, dass die Studien veröffentlicht werden sollten. Zudem soll sich der Antragsteller den EU-Mitgliedsstaat für die Zulassung eines Wirkstoffs nicht mehr aussuchen dürfen. Mit den strengeren Regeln soll das Vertrauen in der Öffentlichkeit gegenüber dem chemischen Pflanzenschutz verbessert werden. “Wir brauchen eine Evolution und keine Revolution”, betonte der deutsche Berichterstatter Norbert Lins (CDU), damit wissenschaftliche Entscheidungen die Grundlage bei der Zulassung bleiben. Der Bericht des Sonderausschusses soll im Jänner vom Plenum abgestimmt werden. Er ist eine Empfehlung und hat keine gesetzgeberische Wirkung. AIZ

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