EU und USA einigen sich auf Importmengen für hormonfreies Rindfleisch

Die EU und die USA haben sich am vergangenen Freitag in Washington auf eine höhere Einfuhrquote für hormonfreies Rindfleisch in die EU geeinigt. Innerhalb von sieben Jahren soll der Anteil von US-Einfuhren an der Gesamtimportmenge auf 35.000 t pro Jahr steigen. Die Gesamtimportquote von 45.000 t pro Jahr bleibt konstant.

Im Jahr 2009 verabschiedeten die EU und die USA eine Vereinbarung (Memorandum of Understanding), die 2014 überarbeitet wurde und eine Lösung für den langjährigen Streit bei der Welthandelsorganisation (WTO) über die Verwendung bestimmter Wachstumshormone in der Rindfleischproduktion bietet. Im Rahmen des Abkommens wurde von der EU eine Importquote von 45.000 t für nicht hormonbehandeltes Rindfleisch an qualifizierte Lieferanten eingerichtet, darunter die USA.

Das Abkommen wurde auf der Grundlage eines Mandats der EU-Mitgliedstaaten ausgehandelt und am 15. Juli 2019 im Rat gebilligt. Dieser wird nun das Abkommen dem Europäischen Parlament zur förmlichen Genehmigung empfehlen, damit es in naher Zukunft in Kraft treten kann.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, Josef Moosbrugger, übt scharfe Kritik an der EU-Kommission, die wiederholt europäische Autoexporte mit Lebensmittelimporten aus Nord- und Südamerika absichern möchte. “Anstatt zu versuchen, Perspektiven für die angesichts des drohenden Brexits ohnehin in Bedrängnis geratene europäische Rinderwirtschaft zu schaffen, scheint alle Energie in den Abschluss verschiedenster Handelsabkommen mit Übersee zu fließen. Auch wenn der nun mit der EU-Kommission vereinbarte und von US-Präsident Donald Trump medienwirksam abgefeierte Rindfleischdeal keine höheren Importe, sondern nur eine andere Quotenverteilung unter bestimmten Ländern vorsieht, sehen wir all das sehr kritisch”, betont Moosbrugger.

Er fordert die Kommission dazu auf, darzustellen, welche Perspektiven sie für die europäische und österreichische Rinderhaltung vorsieht. Gerade ein grünlandorientiertes Land wie Österreich brauche seine Rinder zur Offenhaltung der Landschaft und für die Pflege alpiner Gebiete, wo andere Formen der Landwirtschaft nicht möglich seien. “Allein deswegen gilt es, dafür Sorge zu tragen, diesen wichtigen Sektor zu erhalten”, betont Moosbrugger und fordert die EU-Kommission zu konkreten Vorschlägen auf.

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