EU-Zuckerproduktion könnte bis 2030 um zwölf Prozent steigen

Europäische Kommission skizziert im jüngsten Agrarausblick die wichtigsten Trends

Die EU könnte ihre Zuckerexporte bald verdoppeln.

Mit dem Auslaufen der EU-Zuckerquoten Ende September 2017 könnte die Europäische Union zum Nettoexporteur von Zucker werden, geht aus dem jüngsten EU-Agrarausblick 2017 bis 2030 der Europäischen Kommission hervor. Demnach soll die europäische Zuckerproduktion bis 2030 um zwölf Prozent steigen, trotz voraussichtlich niedrigerer Erzeugerpreise und einer geringeren Differenz zwischen den EU-Preisen und den Weltmarktpreisen um schätzungsweise rund 40 Euro/t. Unter diesen Annahmen könnte es in der EU bei Zucker zu einer Halbierung der Importe und einer Verdoppelung der Exporte kommen, wird in dem Bericht prognostiziert.Auch wenn der weltweite Zuckerkonsum weiter wachse, dürften Veränderungen in Verbraucherpräferenzen sowie zunehmende Gesundheitsbedenken zu einem fünf Prozent geringeren Gesamtzuckerverbrauch in der EU bis 2030 zugunsten von Isoglukose und anderen Süßstoffen führen, ist in dem Bericht zu lesen. Aktuell steige die weltweite Zuckerproduktion nach zwei Jahren des globalen Defizits wieder an, wodurch der Markt in den Überschuss steuere. Eine höhere Produktion würde 2018 den bereits niedrigen Weltzuckerpreis weiter unter Druck setzen, bevor sich dieser stabilisiere. Die Experten sehen ein Plus bei der Erzeugung vor allem in jenen Regionen, in denen am kostengünstigsten produziert werden kann. Schließlich werde auch eine Steigerung beim Zuckerrüben-Ertrag eine Rolle spielen.

Mit 16,8 Mio. t Weißzucker sei 2016/2017 ein durchschnittliches Produktionsjahr für die EU gewesen mit Vorräten von 1,3 Mio. t zu Beginn des Auslaufens der Quoten. Das Ende der Kontingentierung ab 1. Oktober 2017 stelle einen deutlichen Bruch mit den Vorjahren dar. Immerhin werde für 2017/2018 eine EU-Weißzuckerproduktion von 20,5 Mio. t erwartet, heißt es in dem Bericht. Dieses zusätzliche Angebot würde teilweise exportiert, da die EU nicht mehr an die WTO-Exportgrenze von 1,4 Mio. t gebunden sei, und teilweise zum Wiederaufbau einiger Lagerstände genutzt. Die Importe dürften dagegen zurückgehen, da ein geringerer Preisunterschied zwischen der EU und dem Weltmarkt die Europäische Union zu einem weniger attraktiven Exportstandort mache.

Im Umfeld einer höheren Produktion, kombiniert mit sinkendem Verbrauch und verstärkter Konkurrenz durch Isoglukose, sei es schwierig, die EU-Zuckerpreise deutlich über 400 Euro/t zu sehen, geben die Experten in dem Bericht zu bedenken. Als Folge werde es aller Voraussicht nach Marktanpassungen mit Rücknahmen in der Erzeugung insbesondere in den weniger produktiven Regionen geben. Nach einem anfänglichen starken Anstieg schätzen die Experten die EU-Produktion bis 2030 auf etwa 18,9 Mio. t ein, das einem Plus von zwölf Prozent der durchschnittlichen Produktion der letzten fünf Jahre während der Quotenregelung entspreche. Auch wenn es 2017/2018 zu einer Ausweitung der Zuckerrübenfläche komme, werde diese durch kontinuierliche Ertragssteigerungen später voraussichtlich wieder schrumpfen, heißt es in dem Bericht.

AIZ

- Bildquellen -

  • Zuckerrueben Ernte 105 ID69917: © Agrarfoto.com
- Werbung -