Freundlicher Jahresstart auf dem Milchmarkt

Das erste Quartal 2019 hat mit stabilen bis leicht steigenden Milchpreisen begonnen.

Plus 1,5 Cent pro Kilogramm Milch im Jänner – mit dieser freundlichen Ansage eröffnet das Institut für Ernährungswirtschaft, Kiel (ife) seine diesjährigen Berechnungen des Rohstoffwertes für Milch. Demnach lautet der Kieler Rohstoffwert für den Monat Jänner 2019 auf 32,2 Cent/kg, was gegenüber Dezember ein Plus von den bereits Eingangs genannten 1,5 Cent bzw. 4,9 % bedeutet. Damit kann der ife-Rohstoffwert seine leicht steigende Tendenz fortsetzen – schon im Dezember gab es ein Plus von einem Cent. Zugrunde liegen der Berechnung des Kieler Rohstoffwertes die Notierungen von Butter und Magermilchpulver der Süddeutschen Butter- und Käsebörse, Kempten. Daraus ermittelt das ife rechnerisch einen Wert für Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, netto, ab Hof.

Milcheiweiß hat wieder mehr Gewicht

Interessant ist, dass die Magermilchseite jüngst wieder deutlich mehr Gewicht im Rohstoffwert hat. Nachdem die EU-Kommission im Jänner die ursprünglich vorhandenen Bestände von 380.000 Tonnen (!) Magermilchpulver zu Verkaufspreisen von zuletzt etwa 1.550 Euro pro Tonne nahezu gänzlich abbauen konnte, geraten für den laufenden Monat Februar weitere Preisverbesserungen auf der Eiweißseite in Reichweite. Eher schwächer ordnet das ife demgegenüber nun die Entwicklung auf der Fettseite ein. Eine Preisbewegung beim Rohstoffwert über die Butterschiene hält man in Kiel nun für „fast ausgeschlossen“ bzw. für „nur in geringem Umfang möglich“. Dem zugrunde liegt die in ersten Quartal jedes Jahrs üblicherweise saisonal schwächere Nachfrage nach Butter.

38,3 Cent/kg netto für heimische Milchbauern

Im Vergleich zum ife-Rohstoffwert im Dezember 2018 von 30,7 Cent/kg betrug der Erzeugermilchpreis in Österreich laut jüngster Auswertung der AMA 38,31 Cent/kg (GVO-frei Milch mit 4,2 F, 3,4 E, netto, im Durchschnitt aller Qualitätsklassen). Für GVO-freie Qualitätsmilch ohne Bio- und Heumilchzuschlag zahlten die Molkereien im Dezember durchschnittlich 35,71 Cent/kg netto und somit um 0,41 Cent mehr als im November. Für Biomilch erzielten die heimischen Bauern im Mittel 45,64 Cent/kg erlöst (+0,15 Cent).
Auf Basis des natürlichen Fett- und Eiweißgehalts berechnet, lag der Erzeugermilchpreis im Dezember im Mittel bei 39,20 Cent netto/kg. Im Jänner 2019 dürfte der Milchpreis laut Schätzungen der AMA bei rund 39 Cent/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe) zu liegen kommen.
Auch wenn sich der Kieler Rohstoffwert nicht in der absoluten Höhe mit den Milchauszahlungspreisen der heimischen Molkereien deckt, gibt er doch einen zuverlässigen Hinweis auf die weitere Entwicklung der Milchpreise – die zunächst freundlich ausfallen sollte.

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  • 190108 Tankwagen Web: Gmundner Milch
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