Getreidemarkt KW 04/2019: Weizenmärkte international ohne Orientierung

Den internationalen Weizenmärkten fehlt die Orientierung. Bereits seit über einer Woche liefert das US-Landwirtschaftsministerium USDA aufgrund des Shutdowns keine Exportzahlen bzw. Bilanzschätzungen mehr. Dies bremst die Risikobereitschaft, Marktpositionen einzunehmen, weshalb sich die Bewegungen der Weizenkurse an den Terminbörsen auf eine sehr enge Bandbreite beschränkten. Etwas Stimmung machten jüngst lediglich neue Gerüchte über staatliche Eingriffe Russlands in seinen Weizenexport. Der März-Weizenkontrakt an der Euronext in Paris wurde zu Beginn dieser Woche (Montagmittag) bei rund 204,50 Euro/t gehandelt.
Die Maispreise in Europa blieben ungeachtet der Weltmarktentwicklung unter dem Druck billiger Einfuhren aus der Ukraine. Bei den Ölsaaten bestimmt die jeweilige Stimmungslage im Sojakrieg zwischen den USA und China die Richtung – in der Vorwoche aufgrund verstärkter Hoffnung auf Entspannung wieder aufwärts.

Österreich: Futtergerste auf Premiumweizen-Niveau

Die Situation am heimischen Kassamarkt zeigt sich unverändert. Die Verkäufe von Premiumweizen lägen am Plan, heißt es von Marktteilnehmern. Die Notierung an der Wiener Produktenbörse blieb am vorigen Mittwoch unverändert. Dabei merken einige Beteiligte an, die Unterkante des Preisbandes sei angesichts der erreichbaren Erlöse schwer nachvollziehbar und mache es auch schwer, zusätzliche Reports zu lukrieren.
Nach längerer Pause notierte auch wieder Qualitätsweizen. Diese aus der Ernte 2018 knappe Sortierung befestigte sich gegenüber der Letztnotierung vor Weihnachten ebenso wie Mahlroggen, währenddessen sich Durum abschwächte.
Stark gestimmt bleiben nach wie vor die Futtergetreidepreise, wenngleich der geringen Abgabebereitschaft und den vermuteten Restmengen ein spekulatives Moment zugeschrieben wird. So erreichte Futtergerste praktisch schon das Niveau des Premiumweizens, wohingegen sich aber das Substitut Futterweizen etwas abschwächte. Gegenüber den Preisen von Futterweizeneinfuhren kann aber heimische Ware immer noch eine „Prämie“ in Höhe der Transportkosten verbuchen.
Wenig Entwicklung zeige der Maismarkt, was sich auch an der Notierung von 165 Euro/t cif Niederösterreich für Importe ablesen lasse. Der Logistikknoten beginne sich erst allmählich zu lösen und massenhaft zu Billigpreisen in italienischen Häfen anlandender Mais aus der Ukraine verschließe aber diese Absatzschiene für heimische Anbieter.

Christian Posekany, AIZ

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