Getreidemarkt KW 22/2019: Weizen profitiert von zu viel Regen in USA

Der anhaltende Dauerregen in den USA verhindert den Frühjahrsanbau beziehungsweise Aufgang von Mais, Sojabohnen und den hochproteinhaltigen Sommerweizen. In den Winterweizengebieten nimmt die Angst vor Qualitätsschäden zu. Damit stiegen zuletzt die Weizen- und Maisnotierungen an den US-Börsen deutlich und zogen zumindest den Weizen an der Euronext in Paris mit sich nach oben. Die europäischen Maisnotierungen profitierten trotz Unterversorgung aus eigenem Anbau hingegen kaum, zu viel billige Einfuhren aus der Ukraine gelangen in die EU.

Nach zuletzt moderaten Anstiegen, machten die Weizennotierungen an der Euronext in Paris am Montag dieser Woche bis zum späten Mittag einen erheblichen Sprung nach oben. Der September-Kontrakt gewann an diesem Halbtag 3,25 Euro auf 181,25 Euro pro t und der für die neue Ernte noch repräsentativere Dezember-Liefertermin 2,75 Euro auf 184,25 Euro pro t.

Premiumweizen zieht an

Brotweizen alter Ernte 2018 ist in Österreich praktisch vergriffen und für die neue Ernte 2019 bahnt sich aufgrund der ausgiebigen Niederschläge ein geringerer Anteil des Premiumweizensegments an.

Damit zog am vorigen Mittwoch die Notierung von Premiumweizen der Ernte 2018 an der Wiener Produktenbörse neuerlich bis auf 193 Euro pro t an und – so heißt es – erziele dieser aus neuer Ernte auch deutliche, zuletzt noch größer gewordene Aufschläge auf die Euronext-Notierungen. Die Abgabebereitschaft halte sich aber in Grenzen, da man noch den weiteren Wetterverlauf und die Entwicklung der konkurrierenden Sommerweizenqualitäten in Nordamerika abwarte. Lediglich die Maispreise für inländische Ware schwächeln nach wie vor und es wird – sogar zu höheren Preisen – weiterhin Mais aus dem östlichen Ausland eingeführt.

Die Bestände auf den Feldern entwickelten sich gut, wird berichtet, man erwarte eine durchschnittliche Erntemenge. Stellenweise gebe es nur in Winterdurum Probleme mit Fusarien. Pflanzenbauer rechnen heuer mit einer später als im Vorjahr einsetzenden Ernte, zum Teil – etwa in Oberösterreich – sei der Raps vorige Woche noch nicht einmal abgeblüht gewesen. Mit geringeren Anteilen von Premiumweizen als Folge höherer Hektarerträge dürfte kommende Saison auch die Vermarktung von Mahlweizen an die heimischen Mühlen wieder ein Thema werden.

Christian Posekany, AIZ

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