Getreidemarkt KW 12/2019: Spannung, ob Notierungen ihren Boden gefunden haben

In der EU ist der Weizenexport angesprungen, die Preise sind nun wettbewerbsfähig. Weizen aus den USA bleibt wegen der höheren Transportkosten über den Atlantik trotz niedriger Produktpreise auf den umkämpften Zuschussmärkten in Nordafrika und im Nahen Osten dagegen nach wie vor nicht konkurrenzfähig. Allerdings wurden vorige Woche spekulative Anleger an den US-Börsen nervös. Diese hielten zuletzt einen riesigen Überhang an Verkaufspositionen, mit denen sie auf sinkende Preise wetteten. Um ihr Risiko zu minimieren, begannen sie zum Ausgleich kontrakte zu kaufen. Damit befestigte sich vorige Woche der Weizen sowohl an der europäischen Terminbörse Euronext in Paris als auch an der CBoT in Chicago. Vor allem die vordersten Termine für die Ernte 2018 zogen an, die neue Ernte 2019 steht noch immer unter Druck hoher Ernteerwartungen, obwohl die erhofften Erträge noch lange nicht eingefahren sind. Die Märkte sind nun gespannt, ob die Notierungen nun einen Boden gefunden haben.

Der Geschäftsfluss am österreichischen Kassamarkt ist mit dem Einbruch der internationalen Terminbörsen weitgehend zum Erliegen gekommen und die Reihe der Notierungen am Kursblatt der Wiener Produktenbörse lichtet sich zusehends.

Wiener Notierungen geben nach

Von den verbliebenen Notierungen knickten am vorigen Mittwoch vor allem die der Brot- und Futterweizen nunmehr doch spürbar ein. Dies trifft auch auf die Einfuhren von Weizen aus dem EU-Raum für Spezialanwendungen wie die Keksweizen sowie auf solche der bisher ungewöhnlich fest notierten Futtergerste zu.

Nach unten ging es auch mit den Maisnotierungen – sowohl für Futtermais als auch für Industriemais. Gerade die Industriemaispreise, wo Einfuhren aus dem EU-Raum um ganze 10 Euro pro t höher bewertet werden, sorgen für etwas Verwunderung. Möglicherweise seien heimische Lagerhalter angesichts der jüngsten Marktschwäche nervös geworden und auf den Markt gedrängt, heißt es. Denn an und für sich dürfte die inländische Produktion nicht einmal für den Anschluss an die neue Ernte ausreichen.

Christian Posekany, AIZ

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