Getreidemarkt KW 04/2016: Preisverfall etwas gebremst

Leichte Befestigung an den internationalen Börsen; Euronext-Weizen zum März-Termin startet mit 166 Euro/t in die laufende Woche

Verringerte Ernteschätzungen für Südafrika beim Mais und für Brasilien bei Sojabohnen lieöen in den USA institutionelle Anleger jüngst damit beginnen, ihren Überhang an Short-Positionen an den Terminmärkten etwas abzubauen. Die Kaufaktivität zum Glattstellen der Verkaufspositionen befestigte die Börsen etwas. Beim Weizen sagen erste Prognosen für 2016/17 eine leichte Entspannung der heuer sehr schweren Versorgungsbilanzen voraus.

Der Internationale Getreiderat IGC prognostiziert eine globale Weizenproduktion von 706 Mio. t oder 3,0 % weniger als 2015/16 mit 731 Mio. t. Auch die Weizenausfuhr der EU holte gegenüber der Rekord-Linie aus dem Vorjahr zuletzt wieder etwas auf und half den Kursen an der Euronext etwas über ihre Kontrakt-Tiefs.
Der März-Mahlweizen in Paris startete bei 166 Euro/t in die Woche.

Qualitätsbonus für heimischen Weizen

Der Handel in Österreich läuft da und dort weiter, wenngleich der Jänner ein ruhiger Saisonabschnitt ist. Im Vergleich zum Verfall der internationalen Notierungen geben die Kassamarktpreise hierzulande nur moderat nach. Die Wiener Produktenbörse notierte vorigen Mittwoch alle drei Brotweizenqualitäten.
Der Premiumweizen gab im Schnitt um drei Euro/t nach und hielt sich an der Oberkante des Preisbands gerade noch bei 200 Euro/t.
In ähnlichem Ausmaö sank die Qualitätsweizennotierung, während Mahlweizen mit nur einem Euro Verlust relativ am stabilsten blieb.

Marktteilnehmer sehen darin einen gewissen Qualitätsbonus auch für “einfache” österreichische Weizenqualitäten. Symptomatisch dafür scheint, dass Futterweizeneinfuhren aus der EU im Wochenabstand CPT Niederösterreich sogar 8,50 Euro/t nachgaben und abzüglich Frachtkosten einen recht deutlichen Abstand im reinen Warenwert zu inländischem Mahlweizen ausweisen.

Christian Posekany, AIZ

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