Getreidemarkt KW 46/2017: Aggressiver Wettbewerb durch russischen Weizen

Die Weizennotierungen an der Euronext verharren in ihrem Tief. Denn die Preise für Ware aus der EU sind immer noch zu hoch, um gegenüber dem aggressiven Wettbewerb aus Russland bestehen zu können. Somit wurden auch die jüngst aufgekeimten Exporthoffnungen der EU wieder enttäuscht. Die Ausfuhren aus der EU hinken im Vergleich zur Vorjahreslinie unverändert um ein Viertel nach. Zu Beginn dieser Woche (13. Nov.) gab der Pariser Dezember-Weizenkontrakt auf 160 Euro/t nach.

Wien – Roggen befestigt, Weizenmarkt ruhig

Der heimische Kassamarkt für Brotweizen wird weiterhin als „sehr ruhig“ geschildert. An der Wiener Produktenbörse zeigten am Mittwoch der Vorwoche die Notierungen für Premium- und Qualitätsweizen mit 184 bis 188 Euro/t bzw. 176 bis 180 Euro/t kaum Bewegung. Inländischer Mahlroggen konnte sich demgegenüber weiter befestigen auf 195 bis 197 Euro/t. Die Roggen-Importpreise CPT Niederösterreich befestigten sich ebenfalls, wenn auch mit Respektabstand, auf 182 Euro/t.

Die Notierung für inländischen Durum von 211 Euro/t sieht man in der Branche zum Teil mit etwas Unverständnis, denn der notierte Wert liegt um mehr als zehn Euro unter dem marktüblich zu erwartendem Niveau; zumal Hartweizeneinfuhren aus der EU CPT Niederösterreich mit 215 Euro/t bewertet wurden.

Aktiver Maismarkt

Als zurzeit am aktivsten gilt der Maismarkt. Demnach soll Agrana den Erzeugerpreis für Nassmais (alle Angaben frei Werk, netto und auf Basis 30 % Feuchtigkeit) für die auslaufende Kampagne in der laufenden Kalenderwoche 46 nochmals angehoben haben – und zwar auf 110 Euro/t. Damit hat das Agrana-Gebot aufgeschlossen zum unverändert gebliegenen Preisniveau von Jungbunzlauer.

Frei Rübenplatz zahle Agrana 105 Euro/t, heißt es aus der Branche. Auch Händler sollen zuletzt ihre Erzeugerpreisgebote regional verschieden (je nach Entfernung bzw. Transportkosten zu den Werken) auf 98 bis 105 Euro/t verbessert haben. Da die Verarbeiter nun auch schon Folgekäufe an Trockenmais tätigten, habe dies den heimischen Markt nun letztlich doch in Schwung gebracht. Die Wiener Börse notierte Futtermais neuer Ernte per 8. Nov. mit 155 Euro/t.

Christian Posekany, AIZ

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