Getreidemarkt KW 07/2018: Internationale Notierungen hin- und hergerissen

Die Getreidemärkte zeigten sich jüngst hin- und hergerissen zwischen Wettermärkten, Korrekturen an den Aktienbörsen und bei Wechselkursen, fundamental reichlicher Versorgung sowie stockenden Exporten von Weizen und Soja aus den USA sowie von Weizen aus der EU. Dennoch konnte der Mahlweizenkontrakt an der Euronext in der Vorwoche unter dem Strich leicht zulegen und befestigte sich zu Beginn dieser Woche wieder auf 160 Euro/t.

Heimische Weizennachfrage etwas belebt

Am österreichischen Kassamarkt, so Marktteilnehmer, hätten kurzfristige Befestigungen doch wieder Käufer aus ihrer Deckung hervorgelockt. Händler berichten von verstärkter Nachfrage im Exportgeschäft und auch von Seiten inländischer Mühlen. Letztere hätten sich ihren Rohstoffbedarf für das nächste Quartal gesichert. Zwar werde auch schon die Ernte 2018 besprochen, doch sei auch aus der Vermarktung der alten Ernte noch einiges zu tun, hieß es.
Die Notierungen von Premium- und Qualitätsweizen an der Wiener Produktenbörse schwächten sich am Mittwoch der Vorwoche dennoch erneut leicht ab. Dies spielte sich vor allem an den unteren Rändern der Preisbänder ab, während aber auch Ware zu den halbwegs stabilen Preisen am oberen Rand verkauft worden sei.
Überrascht zeigten sich Marktteilnehmer von der in Wien erstmalig seit Ende November 2017 wieder zustande gekommenen Durum-Notierung von 202,50 Euro/t im Mittel des Preisbands. Eigentlich hatte man angenommen, dass um rund zehn Euro/t höhere Erlöse realisierbar sein sollten. Dies würde auch den von der Europäischen Kommission jüngst genannten Hartweizenpreisen in der EU entsprechen.

Vorverträge für Braugerste

Auch am Braugerstemarkt rückt die neue Ernte mit der unmittelbar bevorstehenden Auflage von Vorverträgen in den Fokus.
Bei der Futtergerste setzt sich indes der Trend zu festeren Preisen weiter fort.

Die Auswirkungen des Trucker-Streiks in Argentinien auf den Sojakomplex der Terminmärkte sind bei den heimischen Notierungen von Sojaschrot noch nicht angekommen. Allerdings lässt gleichzeitig der Druck der Dumpingimporte von Biodiesel aus diesem Land auf den europäischen Rapsmarkt grüßen, indem die Rapsschrotnotierung nach unten weist.

Christian Posekany, AIZ

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