Heimische Landwirtschaft will vermehrt im In- und Ausland punkten

Österreichs Agrarspitze kündigt auf der Grünen Woche in Berlin verstärkte Bemühungen um Märkte im In- und Ausland an

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger und LKÖ-Präsident Hermann Schultes (v. l.) erklärten im Rahmen der Grünen Woche in Berlin als ihr gemeinsames Ziel, die Marktchancen der heimischen Landwirtschaft verbessern zu wollen. ©BZ/Demuth
Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger und LKÖ-Präsident Hermann Schultes (v. l.) erklärten im Rahmen der Grünen Woche in Berlin als ihr gemeinsames Ziel, die Marktchancen der heimischen Landwirtschaft verbessern zu wollen. ©BZ/Demuth
Die österreichische Agrarspitze will im heurigen Jahr die Marktchancen der heimischen Landwirtschaft sowohl im Export als auch im Inland verbessern. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter stellte heute, Freitag, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit LKÖ-Präsident Hermann Schultes und Bauernbund-Vizepräsidentin und EU-Abgeordneter Elisabeth Köstinger im Rahmen der Grünen Woche in Berlin die neue Initiative “Best of Austria” vor. Ziel dieser Initiative ist, ein modernes Leitbild für österreichische Spitzenleistungen zu entwickeln, Exporte anzukurbeln und neue Märkte zu erschließen. Rupprechter dazu: “Stabile Absatzmärkte sind die beste Zukunftsversicherung für eine starke und krisenfeste Wirtschaft. Deshalb ist es heute wichtiger denn je, den Export noch stärker zu forcieren.”

Gleichzeitig sollen auch die Marktchancen für heimische landwirtschaftliche Produkte im Inland verbessert werden. Nachdem bereits die Zugangsregeln für die geschützten europäischen Herkunftsangaben vereinfacht sowie die Vergaberichtlinie für Einkäufer öffentlicher Küchen weg vom Billigstbieter hin zum Bestbieter geändert wurden, will LKÖ-Präsident Schultes als nächsten Schritt eine Herkunftskennzeichnung für Fleisch und Eier in der Außer-Haus-Verpflegung durchsetzen. Vorbild für diese Kennzeichnung in Großküchen, Kantinen und Gastronomiebetrieben ist die Schweiz, wo eine einfache Regelung seit 2005 funktioniert. “Mit einer klaren Deklaration auf der Speisekarte kann jenen Trittbrettfahrern das Handwerk gelegt werden, die importierte Billiglebensmittel als heimische Ware verkaufen. Sie schaden all jenen ehrlichen Gastronomen, die heute schon freiwillig auf österreichische Qualität und enge Partnerschaft zur Landwirtschaft setzen. Eine Herkunftskennzeichnung gibt dem Korrekten neue Chancen und garantiert dem Ehrlichen Erfolg”, so Schultes.

Auf europäischer Ebene macht sich EU-Abgeordnete Köstinger für eine Verbesserung der Position der Bauern als Marktteilnehmer sowie für wirksame Maßnahmen gegen Preisdumping und Intransparenz am Markt stark. “Immer mehr Bauern kommen unter Druck, weil Milch und Fleisch unter dem Einstandspreis verhökert werden”, so Köstinger. Zudem seien unfaire Vertragspraktiken der Handelsketten an der Tagesordnung, kritisierte Köstinger. Die EU-Abgeordnete möchte daher Handelsketten verstärkt unter Aufsicht eines europäischen Regulators stellen, der für Transparenz und Objektivität sorgt.

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