LH-Stv. Pernkopf präsentierte das NÖ Agrarpaket 2017

Vier Schwerpunkte: Innovation fördern, Bewusstsein schaffen, bäuerliche Familien unterstützen und Familienbetriebe stärken

LH-Stv. Stephan Pernkopf

„Unsere Bäuerinnen und Bauern arbeiten professionell, innovativ und naturnah“, wurde von LH-Stellvertreter Stephan in der Versteigerungshalle Bergland, bei der er ein umfassendes Agrarpaket, das er in den letzten Wochen für die niederösterreichischen Bäuerinnen und Bauern geschnürt hat, bekanntgegeben. Dieses besteht aus den vier Schwerpunkten „Innovation fördern“, „Bewusstsein für heimische Lebensmittel schaffen“, „Bäuerliche Familien unterstützen“ sowie „Vielfalt und Familienbetriebe stärken“.

Innovationen fördern

Zum Schwerpunkt „Innovation fördern“ führte Pernkopf aus, dass man mit einer Kontrolldatenbank den Kontrolltourismus auf den Höfen eindämmen wolle. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer „Vereinfachung mit Hausverstand“. Die AMA-Marketing werde sämtliche Kontrollergebnisse in einer einzigen Datenbank bündeln, damit sollen Doppelerhebungen vermieden werden. Begonnen werde mit den Legehennenbetrieben, so der LH-Stellvertreter. Weiters solle es eine Ausweitung der Pflanzenöl-Traktor-Förderung geben, man werde diese von 1500 Euro auf bis zu 5000 Euro aufstocken. Ein weltweites Thema sei die Wasserversorgung, in einer Machbarkeitsstudie mit der Landwirtschaftskammer Niederösterreich sollen innovative Wege der Wasserversorgung aufgezeigt werden.

Man habe in Niederösterreich großartige Landwirtschaftliche Fachschulen, so Pernkopf. Um jungen Menschen die besten Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten, wolle man auch einen agrarischen Fachhochschulstudiengang und fordere daher seitens des Bundes eine rasche Ausschreibung. Bei einer Ausschreibung werde man sich mit dem Standort Wieselburg bewerben, dafür sei man bestens gerüstet.

Bewusstsein für heimische Lebensmittel schaffen

„Unsere Bäuerinnen und Bauern schaffen hochwertige Lebensmittel und sind daher die besten Konsumentenschützer“, betonte der LH-Stellvertreter, dass man das Bewusstsein für heimische Lebensmittel schaffen wolle. Aus diesem Grund wolle man das Programm „Erlebnis Bauernhof“ forcieren. Jährlich würden bereits 24.000 Kinder an diesem Programm teilnehmen, diese Zahl wolle man auf 40.000 erhöhen. Langfristiges Ziel sei: „Jedes Kind soll einmal auf einem Bauernhof gewesen sein.“ Weiters fordere man, die Lehrmaterialien zum Thema Landwirtschaft zu verbessern und ein eigenes Unterrichtsfach „Lebensmittel-Kunde“ einzuführen, so Pernkopf.

Bäuerliche Familien unterstützen

Zum Schwerpunkt „Bäuerliche Familien unterstützen“ führte der LH-Stellvertreter aus, dass die Arbeit am Hof 365 Tage im Jahr nicht ruhe. Unverschuldete Notlagen hätten große Auswirkungen auf den Fortbestand des Betriebs. Man werde daher die Notstandshilfe von 36.000 auf 50.000 Euro erhöhen. Bereits jetzt werde durch Zivildiener und Dorfhelfer unterstützt, bedankte sich Pernkopf dafür. Die Soziale Betriebshilfe werde vom Maschinenring abgewickelt. Man unterstütze auch „Urlaub vom Bauernhof“, denn es brauche auch Erholung, um Arbeitsunfälle zu vermeiden. Das Land übernehme dabei bis zu 50 Prozent der Kosten.

Vielfalt und Familienbetriebe stärken

Mit konkreten Maßnahmen werde man dazu beitragen, die Vielfalt des Naturlandes und die Zukunft der Familienbetriebe zu stärken. So werde man ab 2018 die AMA-Kontrollkosten von insgesamt 550.000 Euro jährlich übernehmen. Dadurch erwarte er sich eine Steigerung der Betriebe, die für das AMA-Gütesiegel produzieren, von derzeit 8000 auf 10.000, so Pernkopf. Weiters werde es eine Güterwege-Offensive geben, dieses Zusatzpaket werde er gemeinsam mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner präsentieren.

Was die Landwirtschaft so vielfältig mache, seien die Landschaftselemente wie Streuwiesen oder Bäume. Davon gebe es in Niederösterreich 750.000. Diese würden diese „herrliche Naturkulisse“ ausmachen, wegen der auch viele Touristen gerne ins Land kämen. Diese Landschaftselemente bedeuteten aber auch eine Erschwernis in der Bewirtschaftung, daher werde die Prämie für Landschaftselemente ab 2018 um 20 Prozent erhöht werden. Das seien 1,2 Millionen Euro zusätzliche Mittel.

- Bildquellen -

  • Agrarpaket: © NLK Reinberger
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