Milchmarkt März 2018 – Minus ein Cent beim Erzeugerpreis / Buttermarkt in vorösterlichem Hoch

Fortgesetzt hohe Anlieferung. Erzeugerpreise unter Druck. Trendumkehr auf dem Buttermarkt als leichtes Hoffnungszeichen.

Die Erlöse für Butter zogen im Vorfeld des Ostergeschäfts wieder an. Offen bleibt, oder Trend von Dauer ist.

Anlieferungen auf hohem Niveau und ein schwächerer Markt für Milchfett ergeben zu Anfang März eine Marktsituation mit Druck auf die Erzeugermilchpreise. Österreichs mengenstärkste Molkereien gaben jüngst entsprechend rückläufige Auszahlungspreise für Rohmilch (4,2 % Fett, 3,4 % Eiw.) bekannt.

Preisrücknahme um netto einen Cent

Milchlieferanten der Berglandmilch erlösen ab 1. März für GVO-freie konventionelle Milch einen Preis von 38,42 Cent/kg (brutto, nach Abzug des AMA-Marketingbeitrages). Das Brutto-Milchgeld ab Molkerei beträgt 38,76 Cent/kg. Gegenüber dem Vormonat hat die Berglandmilch ihren Auszahlungspreis demnach um 1,13 Cent (brutto) bzw. 1,00 Cent (netto) zurückgenommen.
Die Preisrücknahme gilt auch für Bio-Milch. Für diese Milchkategorie zahlt Berglandmilch nun 50,40 Cent/kg aus (brutto, nach Abzug des AMA-Marketingbeitrags) bzw. erbringt eine Molkereileistung von brutto 50,74 Cent/kg.

Bei der Milchgenossenschaft NÖ (MGN) als Lieferant der NÖM AG beträgt die Preisrücknahme per 1. März ebenfalls einen Cent (netto). MGN-Lieferanten erhalten für GVO-freie Milch der höchsten Qualitätsstufe nun einen Brutto-Auszahlungsbetrag (nach Abzug des AMA-Marketingbeitrags) von 38,08 Cent/kg (Bio: 49,95 Cent/kg). Der Brutto-Molkereipreis bei der NÖM AG beträgt nun 38,42 Cent/kg (Bio: 50,29 Cent/kg)

Hohe Anlieferung, Milch an Kälber füttern

Laut Mitgliederinformation der MGN (März 2018) ist die Preissenkungsrunde mit den national und EU-weit unverändert hohen Anlieferungen begründet. Die eindringlichen Appelle zur Mengenreduktion würden erst wenig Wirkung zeigen. Die MGN-Führung ersucht ihre Mitglieder, vermehrt Vollmilch an die Kälber zu verfüttern. Der Einsatz von Milchaustauscher für diese Zwecke sei “in Zeiten wie diesen absolut unverständlich”.

Von Seiten der Berglandmilch war zu hören, dass dort das Mengenreduktionsmodell etwas besser greife, jedoch erfordern die insgesamt „noch einmal schwächer gewordenen Märkte“ eine Senkung des Rohmilchauszahlungspreises.

Magermilchpulver inferior

Der EU-Markt sei weiterhin gekennzeichnet von Tiefstpreisen bei Magermilchpulver, heißt es in verschiedenen Marktkommentaren übereinstimmend. Wie der Milcherzeugerverband Bayern berichtete, lagern in der EU-Intervention weiterhin rund 380.000 Tonnen Magermilchpulver. Der Kommission „gelinge“ derzeit nur der Verkauf von Minimengen zu inferioren Preisen – z. B. ein Kontrakt über rund 4.300 t zu 1.100 Euro/t. Angekauft wurde die Ware demgegenüber zum Interventionspreis von knapp 1.700 Euro/t. Eine praktikable Lösung für den in dieser Form nicht erklärbaren Marktverlauf auf der Eiweißseite ist derzeit nicht in Sicht. Fix bleibt, dass in diesem Jahr keine neuen Mengen in die öffentliche Intervention aufgekauft werden.

Leichte Erholungsanzeichen bei Butter

Etwas Anlass zur Hoffnung gibt demgegenüber erneut die Fettpreisentwicklung. Laut Marktberichten aus Deutschland bringe der März wieder steigende Butterpreise in der Größenordnung von fast einem Euro/kg. Das bedeute einen Verkaufserlös von etwa fünf Euro/kg für Butter an den Lebensmittelhandel (LEH). Die neuen Kontrakte in Deutschland sollen für März und April gelten. Auf Verbraucherebene bedeute dies Preise je 250 g-Packung von etwa 1,59 Euro nach zuvor 1,29 Euro. Wer genau nachrechne, so der Bayerische Milcherzeugerverband, der könne bemerken, dass der LEH über die Preiserhöhung bei den Molkereien hinaus beim Verbraucher absahne – das Ostergeschäft lasse grüßen.
Allzugroße Hoffnungen solle man in den Aufschwung bei der Butter allerdings nicht setzen, denn das längerfristige Interesse der Buttervermarkter und -verarbeiter sei eher abwartend.

Minus 1,9 Cent beim Kieler Rohstoffwert im Februar

Der als wichtiger Marktindikator bekannte Rohstoffwert des Instituts für Ernährungswirtschaft Kiel (ife-Rohstoffwert für Rohmilch, 4,0 % F, 3,45 E, netto, ab Hof) gab laut AIZ-Meldung im Februar um weitere 1,9 Cent nach auf 27,3 Cent/kg. In dem rückläufigen Wert kommt noch die Butterschwäche zu Anfang Februar zum Ausdruck.

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