Murbodner jetzt bei Fleischrindern führend

Laut Jahresbericht der ZuchtData über die Fleischleistungskontrolle 2015 ist der Kuhbestand bei den Fleischrinderrassen trotz Wegfall der Mutterkuhprämie nur leicht gesunken.

Die Rasse Murbodner stellt seit dem Vorjahr die größte Herde bei den Fleischrinderrassen. ©BZ/Archiv
Die Rasse Murbodner stellt seit dem Vorjahr die größte Herde bei den Fleischrinderrassen. ©BZ/Archiv
Mit dem ersten Jahr ohne gekoppelte Mutterkuhprämie wurden auch beim Jahresabschluss Fleisch durchaus Änderungen erwartet. Während die Anzahl der Zuchtbetriebe sogar um 64 gestiegen ist, ist die Zahl der Herdebuchkühe um 112 gesunken (das entspricht einem Rückgang von 0,47 %). Der Wegfall der Mutterkuhprämie auf die Gesamtzahl der Herdebuchkühe unter Fleischleistungsprüfung hatte also noch keine großen Auswirkungen. Nach Rassen betrachtet, sind aber doch deutliche Verschiebungen hin zu den “gefährdeten Rinderrassen” laut Öpul 2015 festzustellen.
So verlor die Rasse Fleckvieh gegenüber 2014 knapp elf Prozent auf 4238 Mutterkühe und fiel damit in der Rassenstatistik auf den zweiten Rang zurück.

Gefährdete Rassen im Plus

Die Führungsposition übernahm eine Generhaltungsrasse. Im Vergleich zu 2014 stieg die Zahl der Murbodner um 218 Tiere (+5 %) und liegt nun bei rund 4512 Herdebuchkühen. Die drittgrößte Fleischrinderherde stellen unverändert die Pinzgauer (2515). Mit Ausnahme des Waldviertler Blondviehs gab es bei allen Generhaltungsrassen Zuwächse. Diese konnten allerdings die Rückgänge bei den “klassischen Fleischrinderrassen wie Fleckvieh, Charolais oder Angus nicht ganz ausgleichen. Der Anteil der gefährdeten Rassen in der Fleischleistungskontrolle liegt mittlerweile bei über 50 Prozent.
Einen Wechsel an der Spitze gab es auch bei der Reihung nach Bundesländern. Mit 5096 Herdebuchkühen ist nun die Steiermark das Land mit den meisten Fleischrinderherdebuchkühen, gefolgt von Niederösterreich (5050) und Kärnten (3888). Auch die meisten Kühe werden von der Rinderzucht Steiermark betreut (5973), hier folgen ebenfalls die NÖ Genetik (4925) und Kärntnerrind (3766).

Höhere Wiegedichte

Insbesondere im Hinblick auf die Zuchtwertschätzung, die 2016 erstmals für eine Reihe von intensiven Fleischrinderrassen und Generhaltungsrassen durchgeführt wird, ist eine möglichst hohe Datendichte ein wichtiges Kriterium. Während sich die Anzahl der Wiegungen in den letzten Jahren kaum änderte, wurden 2015 deutlich mehr Gewichte erhoben.
Die Standardgewichte haben sich im Vergleich zum Vorjahr überwiegend auf einem stabilen Niveau gehalten. Betrachtet man die Durchschnittswerte über alle Rassen, ist das 200 Tage-Gewicht sowohl bei den männlichen als auch den weiblichen Kälbern gestiegen. Auch das 365 Tage-Gewicht weiblich hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert, im Mittel lagen die Tageszunahmen hier bei 883 Gramm. Etwas gesunken ist das 365 Tage-Gewicht männlich; die durchschnittliche Tageszunahme betrug bei den männlichen Rindern 1002 Gramm.

Langlebige Kühe

Die Verbesserung der Managementkennzahlen wird künftig eine noch größere Bedeutung bekommen. 2015 betrug der Anteil der Kühe mit mehr als fünf Abkalbungen erstmals über 35 %. Das Durchschnittsalter ist auf 6,91 Jahre gestiegen. Die Kälbersterblichkeit konnte weiter reduziert werden. Erstmals seit zehn Jahren ist der Anteil der innerhalb von 48 Stunden verstorbenen Kälber auf unter fünf Prozent gesunken. Die Abkalbequote und die Zwischenkalbezeit blieben konstant.
Der Jahresbericht der ZuchtData ist im Internet zu finden unter www.zar.at (Downloads / Jahresberichte). Detailliere Infos bietet weiters die Internetseite www.fleischrinder.at.

Kuhbestand 2015: Zahl der Zuchtkühe bei den Fleischrinderrassen (Veränderung gegenüber 2014)

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