Den ökologischen Rucksack von Lebensmitteln beachten

Unsere Ernährung beeinflusst unsere Gesundheit und das Klima. Regionale Lebensmittel sind eindeutig ein leichter ökologischer Genuss.
Die Ernährung ist erheblich am Ausstoß kli-mabelastender Treib-hausgase beteiligt. Die Produktion, der Transport und die Zubereitung unserer Lebensmittel verbrauchen etwa 20 Prozent der in Deutschland genutzten Primärenergie, die vor allem aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird. In Österreich dürften die Zahlen ähnlich sein.

Der ökologische Rucksack beschreibt den Natur- und Energieverbrauch, von der Rohstoffgewinnung über Herstellung, Verpackung, Transport und Gebrauch bis zur Entsorgung.

Ökologische Leichtgewichte sind Obst und Gemüse (1,4 kg) sowie Getreide, Kartoffeln und Hülsenfrüchte (2–4 kg) sofern sie nicht über weite Strecken transportiert wurden.

Den schwersten ökologischen Rucksack tragen Fleisch und Fleischerzeugnisse. Für ein Kilogramm Fleisch ist ein Materialeinsatz von 17 Kilogramm erforderlich.

Weit gereist

Frische Erdbeeren aus Marokko im November, Spargel aus Peru im Dezember, sommerliche Kirschen aus der Türkei im Winter, Tomaten aus Spanien: Obst und Gemüse aus aller Welt hat jeden Tag Saison, die weiten Transportwege spielen keine Rolle mehr. Obwohl die Lebensmittelmengen, die wir pro Kopf konsumieren, seit 20 Jahren stagnieren, ist laut einer Studie der Arbeiterkammer Wien die Transportleistung in den letzten 30 Jahren um 125 Prozent gestiegen.

Transport

Die größte CO2-Belastung bringt der Transport mit dem Flugzeug mit sich. Der Transport auf dem Schiff ist emissionsärmer als mit Lkw und Flugzeug. Doch Schiffe verschmutzen die Meere und stören die lebensnotwendige Kommunikation der Wale, was im Extremfall zu Gehörschäden und Massenstrandungen führen kann. Zusätzlich werden durch den Schiffstransport regelmäßig Organismen aufgenommen und in fremde Ökosysteme verschleppt, wo sie sich ungehemmt vermehren und das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen.

Mit einer Umstellung auf regionale und gesunde Ernährung können bis zu 40 Prozent der CO2-Emissionen, die bei der Lebensmittelproduktion entstehen, eingespart werden.

Regionalität

Reife Paradeiser aus Österreich schmecken besser als weitgereiste "Glashaus-Tomaten" im Winter. Denn sie werden reif geerntet und sind dadurch auch reicher an gesundheitsfördernden Substanzen. Eine Ernährung mit regionalen Lebensmitteln verkürzt die Transportwege und senkt damit Schadstoffemissionen. Saisongerechter Anbau im Freiland spart ebenfalls Energie und CO2-Emissionen ein.

Kalender

michaela_knieli.jpg © PrivatGrößer Der Saisonkalender von "die umweltberatung" zeigt auf einen Blick, welches Obst und Gemüse wann Saison hat, und wie gesunde Ernährung das ganze Jahr über möglich ist.

Michaela Knieli,

Leiterin Chemie & Konsum

"die umweltberatung" Wien

11.03.2010