Wenn Sommer & Sonne zur Qual werden

Ausreichend trinken, leicht essen, luftige Kleidung und möglichst wenig Anstrengungen helfen, die Hitze besser zu ertragen.
08-01-27-10 leben.jpg © Pixelio/Dorothea JacobGrößer Ältere Menschen, Kranke und Kleinkinder reagieren stark auf Sommerhitze und länger anhaltende Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr. Besonders für sie ist es wichtig, nicht nur ausreichend zu trinken, sondern auch beim Essen auf ausgewogene leichte Kost zu achten.

Bei Kranken, die z. B. an Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen leiden, aber auch bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, z. B. Alzheimer, bei Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, ist auch das Umfeld gefordert, rechtzeitig einzugreifen, auf ers-te Zeichen der Erschöpfung durch Hitze zu achten und entsprechend zu handeln. Das gilt selbstverständlich auch bei Kindern und Kleinkindern.

Veränderungen im Alter können gefährlich werden

Bei älteren Menschen steigt die Gefahr der Austrocknung, weil sich im Alter der Körper verändert – die Magerkörpermasse nimmt ab, der Fettanteil steigt und das Gesamtkörperwasser verringert sich um etwa zehn Prozent, außerdem haben ältere Menschen meist eine verminderte Durstwahrnehmung. Gefährlich werden die körperlichen Veränderungen erst, wenn zu wenig getrunken wird.

Gesunde Erwachsene kön- nen Flüssigkeitsmangelzustände durch Trinken in kurzer Zeit wieder ausgleichen. Bei älteren Menschen dauert das nicht nur deutlich länger, ein zu schneller Flüssigkeitsersatz kann sogar zu Überwässerung führen, die im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Zellschwellungen im Gehirn oder Wasseransammlungen in der Lunge verursachen kann.

Neben regelmäßigem und ausreichendem Trinken, damit es erst gar nicht zu Mangelzuständen kommt, ist es auch wichtig, den Salzverlust im Körper, der durch starkes Schwitzen entsteht, auszugleichen. Gleicht man diesen Verlust nicht regelmäßig aus, drohen Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufversagen. Als Durstlöscher eignen sich am besten Wasser oder Fruchtsäfte mit Wasser und Früchtetees. Auf Alkohol, Kaffee oder schwarzen Tee sollte man bei großer Hitze verzichten, denn sie wirken harntreibend und verstärken den Flüssigkeitsverlust noch. Oft ist es auch hilfreich, einen "Trinkplan" aufzustellen, um Flüssigkeitsdefizite zu vermeiden.B.S.

Tipps, um gut durch die heißen tage zu kommen

Man sollte etwa zwei bis vier Liter täglich trinken. Am besten geeignet sind Wasser, verdünnte Fruchtsäfte und ungesüßte Früchte- und Kräutertees. Beim Essen sollte man auf leichte, gut verdauliche Kost achten, mit eher wenig Eiweiß und wenig Fett. Milchspeisen, Obst, Gemüse, Salate und Rohkost sind an heißen Tagen ideal, wobei es auch besser ist, mehrmals täglich kleinere Portionen zu essen als große Mahlzeiten. Luftige und weite Kleidung mit möglichst geringem Kunstfaseranteil sorgt ebenfalls für Wohlbefinden. Direkte Sonnenbestrahlung sollte vermieden und Schattenplätze gesucht werden. Größere körperliche Anstrengungen sollte man, so weit möglich, vor allem in der Mittagshitze vermeiden. Ideal ist es, wenn man sich Zeit für eine "Siesta" nimmt, und sich in der Mittagszeit einen kurzen Erholungsschlaf von zehn bis 30 Minuten gönnt. Zum Lüften sollte man die kühlere Morgenzeit nutzen. Damit Räume nicht überhitzen, sollte man danach die Fenster schließen, die Rollläden herunterlassen oder die Vorhänge zuziehen, um die Hitze auszusperren. Auch sportliche Aktivitäten sollte man am besten in die frühen Morgenstunden verlegen. Erfrischend wirken kühlende Fuß- und Armbäder. Feuchte Tücher auf Stirn und Kopf haben ebenfalls kühlende Wirkung. Für einen erholsamen Schlaf sollten die Betten mit leichten Decken und Laken ausgestattet werden, um einen Hitzestau zu vermeiden.

08.07.2010