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Daran wird sich wahrscheinlich noch ein Weilchen nichts ändern.
Die prekäre Wettersituation mit nahezu täglich nach unten revidierten Ernteaussichten in Europa und Russland sowie das dadurch ausgelöste Kursfeuerwerk an den internationalen Terminbörsen lässt die Teilnehmer des heimischen Kassamarktes am Spielfeldrand in Abwarteposition verharren. Es wird praktisch keine Ware gehandelt.
Beim einzig notierten Produkt aus der Ernte 2010, dem Raps, stieg vorige Woche die Wiener Notierung um 20 Euro pro Tonne auf 320 Euro. Doch profitiert davon nur frei gehandelte Ware.
Besserer Preis als Trost
Pariser Terminnotierungen über 170 Euro für Weizen und ein angenommenes Preisverhältnis von eins zu zwei zwischen Weizen und Raps lassen wenigstens die heimischen Bauern als Trost für sich verschlechternde Erntemeldungen auf bessere Preise hoffen.
Den Futtergetreidepreis wird auch noch die weitere Entwicklung der Maisbestände und -preise mitbestimmen.
Die Gründe für die Zurückhaltung unterscheiden sich je nach Branche:
Einerseits zeigen die Produzenten noch keine Abgabebereitschaft, weil sie glauben, die Angebotsverknappung werde sich weiter verschärfen und damit der Preis weiter steigen. Am anderen Ende der Wertschöpfungskette sind die Verarbeiter offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden, halten aber die jüngsten Preissteigerungen für eine Blase und wollten deren Platzen abwarten.
In der Mitte sitzt der Handel, wo man das Risiko bei der Kalkulation von Aufkaufspreisen abwägt und kryptisch meint: "Die Schätzungen der Versorgungsbilanzen und aktuelle Meldungen von Ernteverlusten lassen einen Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr nicht unbegründet erscheinen".
Christian Posekany, AIZ


