Ein Businessplan für jedes "Unternehmen Bauernhof"

Wintertagung – Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich kündigt eine Professionalisierungsoffensive für das "Unternehmen Landwirtschaft 2020" an.
Wintertagung-DSC00558.jpg © BZ/DemuthGrößer Wie kann sich der österreichische Agrarsektor erfolgreich positionieren? Dieser Frage ging eine hochkarätige Runde aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zum Auftakt der diesjährigen "Wintertagung" des Ökosozialen Forums an der Universität Wien nach. Für Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich ruht die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft auf drei Säulen:
• der Produktion gesunder und sicherer Lebensmittel;
• der Produktion von erneuerbarer Energie im Interesse von Umwelt- und Klimaschutz sowie
• auf Wettbewerbsfähigkeit.

"Unternehmen Landwirtschaft 2020"

"Wettbewerbsfähige Betriebe sind die Voraussetzung für den Erfolg am Markt und unternehmerisches Denken und Handeln wird für die Landwirtschaft immer wichtiger. Im steigenden Wettbewerb unter liberalisierten Marktbedingungen ist dies die zentrale Chance, ein ausreichendes Einkommen in der Landwirtschaft auch in Zukunft zu erwirtschaften", sagte der Minister.

Berlakovich will daher gemeinsam mit den Landwirtschaftskammern den bäuerlichen Unternehmen zu einem weiteren Professionalisierungsschub verhelfen: "Auf Basis einer breiten Betriebs­analyse soll jeder Bauer eine eigene Betriebsstrategie, seinen Businessplan, entwickeln können." Unter dem Titel "Unternehmen Landwirtschaft 2020" soll den Bäuerinnen und Bauern eine Beratung zur Standortbestimmung und künftigen strategischen Ausrichtung, zu Produktion, Marketing und Rechnungswesen angeboten werden. Das Bildungs- und Beratungs­angebot soll entsprechend passgenauer werden und um neue Herausforderungen wie Klimaschutz und erneuerbare Energien erweitert werden, kündigte Berlakovich an. Zudem sollen das Bildungs- und Beratungsangebot österreichweit harmonisiert sowie die Beratung mit den Aus- und Weiterbildungsprogrammen vernetzt werden. Starten wird die Professionierungsoffensive nach Angaben des Ministers noch im heurigen Jahr.

Seitens der bäuerlichen Interessenvertretung begrüßte LKÖ-Präsident Gerhard Wlodkowski die Ankündigung von Berlakovich, ein neues Bildungs- und Beratungspaket zu schnüren. "Dieses Paket wird das vorhandene Angebot verbreitern und eine Professionalisierung für alle bäuerlichen Betriebsformen möglich machen. Sowohl für die klassischen Produktionssparten wie Milch, Vieh oder Getreide als auch für die Energieproduktion, die Direktvermarktung, den Landtourismus oder die Erzeugung von Spezialitäten soll ein maßgeschneidertes Bildungs- und Beratungsangebot bereitstehen. Auf diese Weise können alle Bauern ihre Höfe strategisch weiterentwickeln und die Chancen auf den Märkten optimal wahrnehmen", erklärte Wlodkowski. Die Ergebnisse der Produktions-Arbeitskreise und der Buchführung sollten in die Bildungs- und Beratungsarbeit voll und ganz einfließen. Begleitet werden sollte diese Arbeit auch in der EU-Budgetperiode 2014 bis 2020 durch entsprechende Programme im Rahmen der Ländlichen Entwicklung.
C.D.

08.02.2010