Lebensmittelschwindlern den Riegel vorschieben

AMA-Gütesiegel größer und auf den ersten Blick erkennbar machen
"Es muss endlich Schluss sein mit Konsumententäuschung durch irreführende Kennzeichnung", darin sind sich alle VP-Agrarlandesräte der Landesagrarreferenten-Konferenz, unter Vorsitz von Landesrat Dr. Josef Martinz, gemeinsam mit Fritz Grillitsch, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, sowie Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK-Präsidentenkonferenz, einig. Im konkreten forderten die VP-Landesagrarreferenten, dass "das AMA-Gütesiegel, als einziger unverwässerbarer österreichischer Qualitätsnachweis, deutlich größer als bisher auf der Verpackung sichtbar sein muss. Der Konsument soll auf einen Blick erkennen, wo Österreich drin ist und wo nicht", so die Landesräte unisono. "Das AMA-Gütesiegel muss aus dem Dschungel der Logos, die eine österreichische Herkunft vortäuschen, ganz klar herausstechen." Insbesondere müsse das AMA-Gütesiegel deutlich gestärkt werden.

Außerdem forderten die Agrar-Landesräte die verpflichtende Herkunftsangabe bei Rohstoffen. "Der Konsument will ganz genau wissen, woher die Rohstoffe stammen, die von der Industrie verarbeitet werden." Dazu müsse der zuständige Bundesminister Alois Stöger eine beschlussfähige Gesetzesvorlage vorlegen. Auch auf EU-Ebene müsse im Rahmen der Debatte um die Lebensmittelkennzeichnung nachjustiert werden, so die Forderung. Wenn eine EU-weite Regelung verordnet wird, soll aber trotzdem jedes europäische Land auch die nationale Herkunft auszeichnen dürfen.

Lebensmittelschwindel bekämpfen

Die Causa Prolactal habe gezeigt, dass in der Lebensmittelindustrie mit Rohstoffen und Kennzeichnungen teilweise Missbrauch getrieben werde. Insbesondere werde "völlig willkürlich und unseriös" mit österreichischer Herkunft geworben, wo ausländische Rohstoffe verarbeitet werden. "Der Imageschaden, der dadurch auch rein österreichischen Verarbeitern entstanden ist, muss jetzt durch besseren Vollzug des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes (LMSVG) und schärfere gesetzliche Regelungen wiedergutgemacht werden", so die Konferenz. Dazu sollen auch Kriterien der Nachhaltigkeit in öffentlichen Ausschreibungen Berücksichtigung finden. Bereits jetzt bietet das Bundesvergabegesetz die Möglichkeit dazu. "Zugunsten von Regionalität und CO2-Neutralität sind solche Kriterien auch einzuhalten", forderten die Landesräte abschließend.

10.03.2010