In Österreich wird jede vierte bis fünfte Frau in einer Paarbeziehung misshandelt. Jede zweite Frau gibt an, in ihrem Bekanntenkreis von einer misshandelten Frau zu wissen. Mehr als 3000 Frauen und Kinder fanden im vergangen Jahr Schutz und Unterkunft in den 26 autonomen österreichischen Frauenhäusern (AÖF), die Dunkelziffer ist weit höher.
Wo misshandelte Frauen und Kinder Schutz finden
In Österreich gibt es 26 autonome Frauenhäuser. Das Angebot an Opferschutzplätzen entspricht allerdings immer noch nicht dem Bedarf.
In Österreich wird jede vierte bis fünfte Frau in einer Paarbeziehung misshandelt. Jede zweite Frau gibt an, in ihrem Bekanntenkreis von einer misshandelten Frau zu wissen. Mehr als 3000 Frauen und Kinder fanden im vergangen Jahr Schutz und Unterkunft in den 26 autonomen österreichischen Frauenhäusern (AÖF), die Dunkelziffer ist weit höher.
Gefahr in der Familie
Auch wenn es manchmal schwer zu glauben ist, die Familie ist nachweisbar der gefährlichste Ort für Frauen und Kinder. 30 bis 40 Frauen werden jährlich in Österreich ermordet (Kriminalitätsbericht des BMI 2008). Viele von ihnen von ihren Ehemännern, Lebensgefährten, Brüdern oder ihren Ex-Partnern.
Mehr als die Hälfte aller Morde, die in einem Jahr in Österreich verübt werden, passieren in der Beziehung oder in der Familie. An einem Ort also, von dem wir uns Sicherheit und Geborgenheit erwarten. Die Hälfte der Bewohner/-innen in den Frauenhäusern sind Kinder und Jugendliche. Gerade deshalb sind Frauenhäuser nicht nur Schutzeinrichtungen für Frauen, sondern auch für Kinder und Jugendliche.
Mehr als die Hälfte aller Morde, die in einem Jahr in Österreich verübt werden, passieren in der Beziehung oder in der Familie. An einem Ort also, von dem wir uns Sicherheit und Geborgenheit erwarten. Die Hälfte der Bewohner/-innen in den Frauenhäusern sind Kinder und Jugendliche. Gerade deshalb sind Frauenhäuser nicht nur Schutzeinrichtungen für Frauen, sondern auch für Kinder und Jugendliche.
Gewalt öffentlich machen
Die Entstehung der ersten Frauenhäuser in den Siebzigerjahren ist verknüpft mit einem Ziel der Frauenbewegung, nämlich der Enttabuisierung von Gewalt. Gewalt an Frauen und Kindern sollte nicht länger Privatangelegenheit bleiben, sondern öffentlich gemacht werden. Hilfseinrichtungen sollten zur Verfügung gestellt und gesetzliche Maßnahmen getroffen werden, die Gewalt an Frauen und Kindern sanktioniert.
Diesbezüglich ist seit der Gründung des ersten Frauenhauses in Österreich in Wien 1978 viel erreicht worden: 32 Jahre Frauenhäuser in Österreich führen uns zum einen die unglaubliche Erfolgsgeschichte und damit die Errungenschaften im Opferschutzbereich vor Augen. Gleichzeitig sind wir auch mit einer Zwiespältigkeit konfrontiert, die nachdenklich macht und uns zum beharrlichen Verbessern auffordert, nehmen wir nämlich das noch nicht Erreichte, das noch immer nicht Veränderte, das noch immer nicht als selbstverständlich und notwendig Anzusehende ins Zentrum der Betrachtung. Zu denken geben sollte uns, dass seit der Gründung der Frauenhäuser in den Siebziger Jahren das Ausmaß der Gewalt im Geschlechterverhältnis selbst nicht geringer geworden ist, dass das Angebot an Opferschutzplätzen immer noch nicht dem Bedarf entspricht oder dass die Frauenhäuser nach wie vor um ihr finanzielles Überleben kämpfen müssen. So sind wir mitten im notwendigen Handeln und in der förderlichen Beharrlichkeit angekommen, mit der noch Verbesserungen im Opferschutz erreicht werden müssen.
Maga Gabriele Plattner, Inhaltliche Leitung Tiroler Frauenhaus
Diesbezüglich ist seit der Gründung des ersten Frauenhauses in Österreich in Wien 1978 viel erreicht worden: 32 Jahre Frauenhäuser in Österreich führen uns zum einen die unglaubliche Erfolgsgeschichte und damit die Errungenschaften im Opferschutzbereich vor Augen. Gleichzeitig sind wir auch mit einer Zwiespältigkeit konfrontiert, die nachdenklich macht und uns zum beharrlichen Verbessern auffordert, nehmen wir nämlich das noch nicht Erreichte, das noch immer nicht Veränderte, das noch immer nicht als selbstverständlich und notwendig Anzusehende ins Zentrum der Betrachtung. Zu denken geben sollte uns, dass seit der Gründung der Frauenhäuser in den Siebziger Jahren das Ausmaß der Gewalt im Geschlechterverhältnis selbst nicht geringer geworden ist, dass das Angebot an Opferschutzplätzen immer noch nicht dem Bedarf entspricht oder dass die Frauenhäuser nach wie vor um ihr finanzielles Überleben kämpfen müssen. So sind wir mitten im notwendigen Handeln und in der förderlichen Beharrlichkeit angekommen, mit der noch Verbesserungen im Opferschutz erreicht werden müssen.
Maga Gabriele Plattner, Inhaltliche Leitung Tiroler Frauenhaus
18.03.2010







