Österreichzentrum “Wolf, Bär, Luchs“ geht in Umsetzung

Zukünftig soll es ein bundesländerübergreifendes Management des Großraubwilds geben. Foto: agrarfoto.com

Unter Vorsitz von Kärntens Landesrat Martin Gruber haben sich am Montag die Agrarreferenten der österreichischen Bundesländer in Klagenfurt getroffen, um sich in zentralen agrarpolitischen Fragen abzustimmen. An der Tagung teilgenommen hat auch Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. Vereinbart werden konnten dabei die nächsten Umsetzungsschritte für das so genannte „Österreichzentrum Wolf, Luchs, Bär“. Die Einrichtung einer eigenen Organisation, um alle Maßnahmen im Umgang mit Großraubwild zu bündeln, war bei der letzten Tagung im burgenländischen Stegersbach beschlossen worden. Heute einigten sich die Bundesländer auf die Finanzierung, die Aufgaben und Mitglieder des Österreichzentrums.

„Wir sind damit einen wichtigen Schritt weitergekommen in Richtung eines bundesländerübergreifenden Managements des Großraubwilds. Und das ist die Basis für alle weiteren Maßnahmen“, betonte Gruber. 120.000 Euro werden für die Geschäftsstelle des Österreichzentrums in Raumberg-Gumpenstein (Stmk.) veranschlagt, 100.000 Euro werden für die Begutachtung von Schadensfällen und DNA-Analysen bereitgestellt, weitere 100.000 Euro sollen in gemeinsame Pilotprojekte wie Herdenschutzmaßnahmen fließen. Die Hälfte der Kosten für die Geschäftsstelle übernimmt dabei die Bundesregierung, den Rest teilen sich die Bundesländer nach einem fixen Berechnungsschlüssel auf.

Beschlossen wurde von den Landesagrarreferenten auch ein gemeinsames Positionspapier zur Zukunft der Agrarpolitik nach 2020. Darin wird im Hinblick auf die Verhandlungen zur GAP ausdrücklich ein gleichbleibendes EU-Budget für den Bereich Landwirtschaft sowie für den ländlichen Raum als Ziel festgehalten. „Wir konnten im Gespräch mit der Landwirtschaftsministerin nochmals nachdrücklich auf die drohenden Szenarien für die landwirtschaftlichen Strukturen der Bundesländer im Falle einer Reduktion hinweisen. Sie hat uns ihre volle Unterstützung zugesichert“, so Gruber. Kürzungen im EU-Agrarbudget würden nicht nur die Landwirte, sondern den ländlichen Raum, die regionalen Arbeitsplätze und auch den Tourismus gefährden. Die weiteren Vorbereitungen auf die EU-Programmperiode nach 2020 werden daher auch ein Schwerpunkt der Kärntner Vorsitzführung der Agrarreferentenkonferenz sein, informierte Gruber. Eine gemeinsame Vorgehensweise will er in den nächsten Monaten auch beim Thema Risikovorsorge in der Landwirtschaft sowie bei der Umsetzung des Bestbieterprinzips in der öffentlichen Beschaffung erreichen.

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  • Wolf: agrarfoto.com
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