Rinderzucht: Projekt Klauen-Q-Wohl gestartet

ZAR: Lückenlose Datenaufzeichnung als Fundament für erfolgreiche Milchproduktion

Die regelmäßige und vollständige Dokumentation der Klauenpflege soll einen Beitrag zur Früherkennung von Erkrankungen leisten.
In Raumberg-Gumpenstein fand kürzlich der Startschuss für die praktische Umsetzung des EIP-Projektes “Klauen-Q-Wohl” statt. Damit wird eine wichtige Lücke in der Datenaufzeichnung für Gesundheitsmerkmale beim Rind geschlossen. Es werden zwar bereits Diagnosen von Klauenerkrankungen über Tierärzte zentral erfasst und Abgänge aufgrund von Klauenerkrankungen routinemäßig erhoben, allerdings überwiegend nur Informationen von Kühen, bei denen der Schweregrad der Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist. Die regelmäßige und vollständige Dokumentation der Klauenpflege soll vor allem Veränderungen und der Ursache von Lahmheiten näher auf den Grund gehen und einen wertvollen Beitrag leisten, damit eventuelle Probleme frühzeitig erkannt werden. “Die Zusammenführung von Daten aus Klauenerkrankungen, Fütterung und Stoffwechsel sind wertvoll für vorbeugende Maßnahmen. Wie die Ergebnisse aus dem Projekt ‘Efficient Cow’ zeigten, sind Lahmheiten und Klauengesundheitsprobleme ein oft unterschätztes Problem in den österreichischen Rinderherden”, teilt die Zentrale Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Rinderzüchter (ZAR) mit.

Umfangreiche Dokumentation

Das Projektteam mit Christa Egger-Danner (ZuchtData), Marlene Suntinger (ZuchtData), Robert Pesenhofer (AÖK) und Gerhard Landl (SEG) hielt eine erste Einschulungs- und Informationsveranstaltung für die aus fast allen Bundesländern am Projekt teilnehmenden Klauenpfleger ab. Diese wurden mit der benötigten Hard- und Software zur elektronischen Dokumentation der Klauenpflegedaten vor Ort ausgestattet. 30 Klauenpfleger haben bereits ihr Interesse für die Teilnahme am Projekt bestätigt. Klauenpfleger, die sich bereits vor dem Projekt für die elektronische Dokumentation entschieden haben, gehen im Projekt nicht leer aus. Mit Zustimmung des Landwirts werden die Stammdaten der Tiere aus dem Rinderdatenverbund (RDV) bereitgestellt.

Die wesentlichen Inhalte der Fachveranstaltung waren die Vorstellung des Projekts, der professionelle Umgang mit dem Datenschutz im Hinblick auf die aktuelle EU- Grundverordnung, die Benützung der Tablets mit der Software ANIMALoffice Klauenmanager sowie der Ablauf der Dokumentation der Klauenpflege in der Praxis anhand von Schlachthofklauen. Die erhobenen Daten werden dann direkt über eine Schnittstelle in den RDV eingebunden. Zukünftig werden die Daten der teilnehmenden LKV-Betriebe in der Tierhistorie des LKV-Herdenmanagers angedruckt. Ein “Klauenmodul” mit verschiedenen Auswertungen zur Verbesserung der Klauengesundheit im LKV-Herdenmanager ist in Entwicklung. Erste Auswertungen sind für Herbst 2018 zu erwarten. Für Interessierte gibt es derzeit noch die Möglichkeit, am Projekt teilzunehmen.

Innovative Projektpartnerschaft

Das Projekt Klauen-Q-Wohl dient zum Aufbau einer bundesweiten Infrastruktur zur zentralen standardisierten Erfassung und Auswertung von Daten zu Klauengesundheit, Lahmheit und Tierwohl und der Ableitung von betriebsspezifischen Empfehlungen zur Verbesserung der Tiergesundheit. Das Projekt wird über die Europäische Innovationspartnerschaft (EIP) gefördert und mit folgenden Projektpartnern umgesetzt: Arbeitsgemeinschaft österreichischer Klauenpfleger, Landeskontrollverbände, S.E.G. Informationstechnik GMBH, Tiergesundheitsdienst Salzburg, Landwirtschaftskammer Österreich, VetMedUni Wien, Universität für Bodenkultur sowie die ZAR mit der ZuchtData EDV-Dienstleistungen GmbH.

AIZ

- Bildquellen -

  • Rinder Klauenpflege 39 ID28515: © Agrarfoto.com
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