Risikovorsorge: Weinberger traf bayerische Landwirtschaftsministerin Kaniber

Rupert Quehenberger, Präsident LK-Salzburg;, Michaela Kaniber, Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Kurt Weinberger, ÖHV-Vorstandsvorsitzender und Josef Schwaiger, Agrarlandesrat Salzburg

Die bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, will die Bauern besser gegen Dürre-Schäden absichern. Sie startet deshalb eine Bundesratsinitiative zur staatlichen Unterstützung der Mehrgefahrenversicherungen in der Landwirtschaft. „Wir müssen die Risikoabsicherung unserer Landwirte durch faire und ausgewogene Rahmenbedingungen verbessern. Einestaatlich unterstützte Mehrgefahrenversicherung in der Landwirtschaft ist dafür am besten geeignet. Die Erfahrung aus anderen Ländern zeigt, dass eine breite Absicherung von Risiken wie etwa Dürre nur dann zu erreichen ist, wenn die Prämien für die Bauern bezahlbar bleiben“, sagte Kaniber am Rande einer vom Ökosozialen Forum Salzburg organisierten Wanderung, an der auch der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Dr. Kurt Weinberger, teilgenommen hat.

Österreichs Risikovorsorge ist Vorbild für Deutschland

„Der Klimawandel findet bereits statt und stellt für die unter freiem Himmel produzierende und standortgebundene Landwirtschaft eine besondere Herausforderung dar. So verursachten in der Landwirtschaft in Österreich alleine in den letzten beiden Jahren Spätfrost, Dürre, Hagel, Sturm und Überschwemmung einen Gesamtschaden von mehr als 500 Mio. Euro. Österreich ist bei der Risikovorsorge Vorreiter in Europa. Wir haben die modernste Schadenserhebung, die umfangreichste Produktpalette und sind federführend beim Private-Public-Partnership“, erläuterte Weinberger das erfolgreiche Vorsorgemodell in Österreich. Das österreichische Versicherungsmodell bietet den produzierenden LandwirtenPlanungs- und Rechtssicherheit. Die gesetzlich geregelte und dem internationalen Trend folgende Prämienbezuschussung für Landwirte bedeutet, dass Entschädigungen des Katastrophenfonds für versicherbare Risiken entfallen. Landwirte haben, basierend auf einem Versicherungsvertrag, ein Recht auf Entschädigung und erhalten eine kalkulierbare Möglichkeit der Eigenvorsorge, die Staat und Steuerzahler langfristig entlastet. Zudem ist eine rasche Entschädigungszahlung innerhalb von drei Tagen nach der Schadenserhebung garantiert.

Kaniber favorisiert für Deutschland ein ähnliches Modell wie in Österreich: Die Landwirte zahlen 50 Prozent der Versicherungsprämie für die Mehrgefahrenversicherung (ohne Hagel), den Rest teilen sich Bund und Land. Zudem soll es auch keine Ad-hoc-Zahlungen mehr geben. Die Bürger hätten kein Verständnis für immer neue Hilfszahlungen nach Katastrophen, wie am Beispiel der Dürre im Jahr 2018. Neben der Bezuschussung von Mehrgefahrenversicherungen wird der ermäßigte Versicherungssteuersatz für Elementargefahren auch für das Risiko „Trockenheit“ gefordert.

Bodenverbrauch – Bayern muss Vorbild für Österreich sein

„Die Landwirte sind eine Berufsgruppe, die gar nicht genug geschützt und abgesichert werden kann, denn sie produzieren unsere tägliche Nahrung – und das durch den Klimawandel unter immer härteren Witterungsverhältnissen und bei immer weniger Boden. Der Erhalt der Produktionsgrundlage ist eine unabdingbare Notwendigkeit, um nicht zunehmend die Ernährungssouveränität zu verlieren. Wir müssen uns weiterhin verstärkt dem brennendsten heimischen Umweltproblem widmen, dem Bodenverbrauch. Hier ist Bayern mit einer übergeordneten Raumordnung deutlich besser. Wenn wir hierzulande weiterhin so sorglos unsere Lebensgrundlage zubetonieren, werden wir als Nationalstaat sehr verletzbar“, so Weinberger.

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