Frauen am Land brauchen Unterstützung bei Digitalisierung

Ehrenamt am Land braucht digitale Bildungsangebote und bessere Breitband-Versorgung

Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann fordert eine bessere Breitband-Internetversorgung für den ländlichen Raum. Foto: MEDIArt | Andreas Uher

Rund 66 Prozent der österreichischen Bäuerinnen sind mindestens
zwei Stunden pro Woche ehrenamtlich tätig und leisten somit einen wesentlichen Beitrag zu einer lebendigen Vereinskultur im ländlichen Raum. Die ARGE Bäuerinnen fordert daher für das Ehrenamt mehr digitale Bildungsangebote und eine bessere Breitbandinternet-Versorgung im ländlichen Raum.

“Eine lebendige Vereinskultur in den ländlichen Regionen wird heute in vielen Gemeinden nach wie vor von den Frauen getragen. Ohne ihren ehrenamtlichen Einsatz müssten all die erbrachten Leistungen um Tausende Euro zugekauft werden. Eine neue Herausforderung für alle ehrenamtlich Tätigen bringt nun die Digitalisierung. Damit wir den digitalen Wandel auch für Vereine und Verbände gut nützen, gilt es jetzt aktiv zu werden und Maßnahmen zu setzen. Eine Digitalisierung des Ehrenamtes erfordert gerade in den ländlichen Regionen noch viel Pionierarbeit. Viele Vereine und Verbände brauchen finanzielle wie auch beratende Unterstützung etwa für die Beschaffung nachhaltiger, auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen Hard- und Softwarelösungen sowie bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Bildungskonzepte. Die Grundlage und Basis aller notwendigen Maßnahmen sind flächendeckende sowie leistungsfähige Datennetze. Aus diesem Grund ist der zügige Ausbau einer flächendeckenden Breitbandinternet-Versorgung eine sinnvolle Zukunftsinvestition, weil es die Umsetzung der vielfältigen Aufgaben im Ehrenamt erleichtert”, erklärt Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann anlässlich des internationalen Tages des Ehrenamtes am 5. Dezember.

Ehrenamt bringt Mehrwert für die gesamte Gesellschaft
“Bund, Länder und Gemeinden sollten künftig noch mehr in Vereine investieren, denn florierende ländliche Regionen brauchen lebendige Gemeinschaften mit einer zeitgemäßen Infrastruktur. Gerade in den ländlichen Gebieten ist es heute wichtiger denn je, junge Menschen für das Ehrenamt zu begeistern und sie in ihrem Tun auch zu bestärken sowie zu unterstützen. Unsere Bäuerinnen erfüllen Aufgaben ohne Gegenleistung, sie investieren Zeit und oft sogar eigenes Geld. Ziel muss sein, dass ihnen durch das Ehrenamt keine zusätzlichen Kosten entstehen und auch auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geachtet wird. Nur dann werden sich auch künftig genügend junge Frauen für das Ehrenamt am Land begeistern”, ist Schwarzmann überzeugt.

Digitale Neuerungen auch für das Ehrenamt nutzen
Für alle Frauen am Land ist die “digitale Verbindung mit der Welt” ein wichtiger Grundstock für alle Aufgaben. Bäuerliche Angebote wie Urlaub am Bauernhof, Direktvermarktung,
Seminarbäuerinnen, Schule am Bauernhof, Green Care usw. erfordern moderne, leistungsfähige Datennetze. Aber auch für viele junge Frauen wäre der zügige und flächendeckende Breitband-Ausbau ein positives Signal, sodass sie nach Abschluss ihrer Ausbildung in der Stadt wieder auf das Land zurückzukehren. Dies wird aber nur dann der Fall sein, wenn sie eine moderne Infrastruktur vorfinden. Der Breitband-Ausbau für den ländlichen Raum ist daher voranzutreiben, und die neue Regierung ist aufgerufen, alle notwendigen legistischen sowie fördertechnischen Voraussetzungen zu schaffen, um die Lebensqualität der Menschen in den Regionen zu sichern. Denn ohne die technischen Voraussetzungen eines schnellen Internets können engagierte Frauen und Bäuerinnen all die digitalen Errungenschaften weder für ihren Hof, noch für Beruf, Freizeit oder Ehrenamt nutzen”, unterstrich die Bundesbäuerin.

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