Schweinemarkt KW 29-30/2019: Schwaches Angebot und schwache Nachfrage, daher abermals Preisdruck

Mit Ausnahme der Mittelmeerländer Frankreich, Spanien und Italien, wo die Sommerhitze das Schweinewachstum am stärksten beeinträchtigt und andererseits der Fleischabsatz sommertourismusbedingt floriert, herrscht in den übrigen EU-Ländern eine hartnäckige Sommerflaute auf den Fleischmärkten. Das durch eine unnötige Exportsperre nach Philippinen ausgelöste stärkere Minus in der Vorwoche in Deutschland wirkt noch nach. Deutliche Preisnachlässe bei Teilstücken waren die Folge und eher gestiegene Kaufzurückhaltung als eine wünschenswerte Belebung beim Industriefleischabsatz. Vor diesem Hintergrund konnte sich trotz geräumter Lebendmärkte die Vereinigung der deutschen Erzeugergemeinschaften dem Abnehmerdruck nicht widersetzen und verlor abermals 3 Cent.

In Österreich sind schlachtreife Schweine anhaltend knapp und gesucht. Mit nur 84.000 klassifizierten Schweinen verzeichnet die abgelaufene Woche einen Minusrekord an Schlachtungen. Zum Vergleich: In vollen Arbeitswochen bei ausreichender Marktbeschickung werden ca. 100.000 Schweine geschlachtet und klassifiziert. Und trotzdem bleibt der Fleischmarkt ausreichend versorgt. Auf Urlaub weilende Stammkunden sowie reichlich billigeres Angebot aus dem Ausland sind zwei Hauptgründe die Branchenvertreter als Ursache für ihr Kaufverhalten anführen. In der Konsequenz wurde an der Ö-Börse ein Minus von 3 Cent fixiert.

Preise KW 29/30 (Marktbericht vom 18. Juli 2019):

Mastschweine-Notierungspreis:     1,74 Euro    (– 0,03)
Berechnungsbasis:                       1,64 Euro    (– 0,03)

Zuchten-Notierungspreis:              1,37 Euro  (– 0,03)
Berechnungsbasis:                        1,27 Euro  (– 0,03)

Dr. Johann Schlederer

 

 

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