Schweinemarkt KW 28-29/2019: Sommerlochflaute am Fleischmarkt drückt auf Erzeugerpreisniveau

Die schon in den letzten Wochen unüberhörbaren Meldungen hinsichtlich schlechter Geschäfte am Fleischmarkt haben sich nicht abgeschwächt, im Gegenteil. Waren es zuletzt saisonale und altbekannte Einflüsse wie Ferienbeginn und übergroße Hitze, die in vielen großen Ballungszentren Europas den Fleischabsatz reduzierten, so brachte diese Woche eine sehr ärgerliche Exportsperre Deutschlands das Fass zum überlaufen. Eine deutsche Lebensmittelhandelsfirma hatte nämlich polnisches Schweinefleisch in die Philippinen exportiert, was aufgrund der ASP-Problematik in Polen definitiv verboten ist. Ein Absatzmarkt für ca. 30.000 Schweine pro Woche aus deutschen Landen ist damit futsch. Vor diesem Hintergrund gab es mächtigen Preisdruck in Deutschland, dem die Erzeugerseite nicht standhalten konnte und ein Minus von 6 Cent mit sich brachte.

Auch in Österreich wird der Fleischmarkt als schwach wie selten zuvor beschrieben. Nur weil auch das Angebot schlachtreifer Schweine auf neuerlichem Jahresminusrekord liegt, ist der Lebendmarkt fein säuberlich geräumt. Einzig und allein die Steilvorlage aus Deutschland erzwang letztlich eine Preiskorrektur nach unten, da die Schlachtbranche bereits mit Dumpingangeboten aus Deutschland bei der heimischen Fleischindustrie konfrontiert ist. In der Konsequenz wurde an der Ö-Börse ein Minus von 3 Cent fixiert.

Preise KW 28/29 (Marktbericht vom 11. Juli 2019):

Mastschweine-Notierungspreis:     1,77 Euro    (– 0,03)
Berechnungsbasis:                       1,67 Euro    (– 0,03)

Zuchten-Notierungspreis:              1,40 Euro  (± 0,00)
Berechnungsbasis:                        1,30 Euro  (± 0,00)

 

 

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