„Starke Regionen – starkes Land“: Zukunft der Bäuerinnen und Bauern gestalten

NÖ Bauernbund setzt starkes Signal für Einigkeit, Fortschritt und Zusammenarbeit in NÖ / LH-Stv. Pernkopf präsentierte Zukunftsprogramm

„Starke Regionen – starkes Land“: Packen Zukunft der Landwirtschaft an Präs. Obmann Hermann Schultes, Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, Direktorin Klaudia Tanner und LH-Stv. Stephan Pernkopf.

Selbstbewusst und überaus motiviert präsentierte sich der NÖ Bauernbund bei seiner Infoveranstaltung „Starke Regionen. Starkes Land“. Entsprechend dem Motto präsentierte LH-Stv. Stephan Pernkopf ein Zukunftsprogramm für die niederösterreichische Landwirtschaft und die ländlichen Regionen. Zahlreiche interessierte Mitglieder und Funktionäre, darunter der Österreichische Bauernbundpräsident Georg Strasser und Landtagskandidaten des NÖ Bauernbunds sowie Vertreter der NÖ Landjugend und der NÖ Jungbauern, folgten der Einladung von NÖ Bauernbundobmann Hermann Schultes und Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner zur Info- und Diskussionsveranstaltung.

Pernkopf: „Chancen müssen zu den Menschen kommen“

„Wir brauchen gleiche Wettbewerbsverhältnisse für unsere Bauern und gleichwertige Lebensverhältnisse für alle Regionen! Die Chancen müssen zu den Menschen kommen, nicht umgekehrt. Wir brauchen die bestmögliche regionale Nahversorgung. Das geht von der besten Gesundheitsversorgung bis zu Bildungsangeboten und Arbeitsplätzen“, brachte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf die zentralen Forderungen des Zukunftsprogramms auf den Punkt. „Wir setzen uns dafür ein, dass gerade unsere kleinen und mittleren Bauernhöfe gestärkt werden. Das hilft nicht nur den Bauern, sondern auch unseren Regionen. Denn die bäuerlichen Betriebe sind die größten Investoren im ländlichen Raum. Gerade in der nächsten europäischen Agrarperiode muss ein Schwerpunkt auf die Förderung der Familienbetriebe gesetzt werden“, hielt Pernkopf zu den aktuellen Verhandlungen auf EU-Ebene für die gemeinsame Agrarpolitik nach 2020 fest. Das Programm umfasst 10 Punkte, die Themenbereiche betreffen wie den Ausbau der Infrastruktur, die Forcierung der Regionen als Energieproduzenten, die Sicherung der regionalen Gesundheitsversorgung oder die Stärkung der Selbstbestimmung in den Regionen. Das Programm finden Sie hier.

Schultes: Vielfältige Landwirtschaft stärken

„Unsere 40.000 landwirtschaftliche Betriebe in Niederösterreich, das sind rund ein Viertel aller Agrarbetriebe bundesweit, versorgen uns tagtäglich mit qualitativ hochwertigen regionalen Lebensmitteln. Die Landwirtschaft in Niederösterreich ist extrem vielfältig, unsere Ländliche Regionen werden aber nur dann überleben, wenn wir diese Vielfalt stärken“, gab Bauernbundobmann Hermann Schultes die Linie vor. Als Herausforderungen nannte er den Klimawandel, die Forderung nach immer höheren Produktionsstandards ohne „Bonus“-Abgeltung an die Bauern und den Ausbau der Infrastruktur, speziell des Glasfasernetzes, im ländlichen Raum.

„Landwirtschaft heißt im wahrsten Sinne des Wortes ‚Wirtschaft am Land’“, ergänzte Direktorin Klaudia Tanner die bäuerliche Leistungsbilanz für Niederösterreich. So ernährt ein österreichischer Bauer heute 102 Personen mit frischen und regionalen, sowie gentechnikfreien Lebensmitteln. 1970 waren es noch 12 Personen. „94 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in NÖ werden von Familien geführt. Sie sind das Rückgrat des ländlichen Raumes“, so Tanner. Und: „Unsere bäuerlichen Familienbetriebe investieren rund 600 Millionen Euro im Jahr in die regionale Wirtschaft und somit in den ländlichen Raum. In Summe hängen in Niederösterreich mehr als 130.000 Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Bereichen wie der Saatgut-, Futtermittel-, der Landmaschinenbranche oder dem Lebensmittel-Einzelhandel von der heimischen Land- und Forstwirtschaft ab. Ein Bauernhof sichert somit im Schnitt 3 Arbeitsplätze“.

Der NÖ Bauernbund stehe für einen partnerschaftlichen Dialog mit Handel einerseits, und mit dem Kundinnen und Kunden andererseits, wenn es darum gehe, die österreichische Landwirtschaft in dieser Form zu erhalten und zu gestalten. Dies bestätigten auch die Impulsvorträge von ADEG-Vorstandsvorsitzender Alexandra Draxler-Zima und Kommunikationswissenschafter Thomas Hofer mit anschließender Diskussionsrunde.

„Der Fokus muss dabei auf einer flächendeckenden, wertschöpfungsorientierten und nachhaltigen Landwirtschaft liegen. Die Kundinnen und Kunden sind unsere wichtigsten Partner, wenn es um den Einkauf und die Versorgung der Haushalte mit regionalen Lebensmitteln geht. Jeder Griff ins Regal ist eine tägliche Volksabstimmung darüber, welche Produkte im Handel auch angeboten werden“, verwies Tanner auch auf die Initiative „Unser Essen. Gut zu wissen, wo’s herkommt.“ „Tierwohl, Gentechnikfreiheit am Acker, Umwelt- und Naturschutz sowie nachhaltiges Wirtschaften sind die allgemeinen Anliegen, die unsere Bäuerinnen und Bauern täglich leben und die auch der Gesetzgeber verlangt. Diese hohen Standards verursachen aber Kosten, die von den Preisen getragen werden müssen. Die Konsumenten sind aber nur dann bereit, diese Preise zu bezahlen, wenn sie sich auch auf die österreichische Herkunft wirklich verlassen können.“

Bewusstseinbildung bei Konsumenten für mehr Wertschätzung

„Es ist notwendig, mit mehr Bewusstsein einzukaufen, um nicht nur unnötigen Müll, sondern auch Zeit, Geld und Kilometer zu sparen“, ergänzte Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger. Die Herstellung von Lebensmitteln koste Zeit und Energie, der achtsame Umgang mit den ‚Mitteln zum Leben’ habe auch etwas mit der Wertschätzung der Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern zu tun, führte Neumann-Hartberger aus: „Wir fordern daher, dass Lebensmittelkunde auch fixer Bestandteil des Unterrichts in Pflichtschulen werden sollte.“ Tatsache ist nämlich, dass in NÖ pro Jahr 28.000 Tonnen Lebensmittel in die Mülltonnen wandern. Fast ein Drittel des weggeworfenen Restmülls besteht dabei aus angebrochenen, aber nicht verdorbenen Lebensmitteln, ein Zehntel des Restmülls besteht sogar aus originalverpackten Lebensmitteln.

- Bildquellen -

  • Starke Regionen: © NÖ Bauernbund/ Erich Marschik
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