Terminmarkt International – Raps und Weizen machten etwas Boden gut, Mais zögert

Die Terminkurse von Raps, Weizen und Mais an der Euronext in Paris im Mai 2019

Quelle: ks-agrar
Die Rapssaatnotierungen an der Euronext verzeichnen seit Mitte Mai eine kräftige Aufwärtsbewegung.

Die Rapssaatnotierungen an der Euronext verzeichnen seit Mitte Mai eine kräftige Aufwärtsbewegung und näherten sich dabei gegen Monatsende im Tagesverlauf bereits der 375 €-Marke deutlich an, verzeichnete dann jedoch begrenzte Gewinnmitnahmen. Per 3. Juni gewinnt der Fronttermin AugustIm Monatsabstand gut fünf Euro auf 370,25 €/to.

Rapssaat – im Mai ging es aufwärts

Die EU-Kommission reduzierte letzte Woche die diesjährige EU-Rapsernte um 0,5 Mio to auf 18,7 Mio to, womit das Vorjahresergebnis um 6,5 % verfehlt wird. Das wäre die niedrigste EU-Rapsproduktion seit 2007. Der durchschnittliche Hektarertrag wird auf 3,2 to/ha (Vorjahr: 2,9 to/ha) taxiert. Der europäische Markt bleibt damit stark abhängig von Importen, welche von der Kommission um 0,7 Mio to auf 4,5 Mio to angehoben wurden (Vorjahr: 4,3 Mio to).
Coceral, der Verband der Getreidehändler in Europa, hatte zuvor seine eigene Schätzung vom März um 0,6 Mio to auf lediglich 17,9 Mio to zurückgestuft (Vorjahr: 19,7 Mio to). Hierbei wird ein durchschnittlicher Hektarertrag von 3,14 to/ha (Vorjahr: 2,89 to/ha) zugrunde gelegt.
Das USDA hatte in seiner ersten Bilanz zum Wirtschaftsjahr 2019/20 die globale Rapsernte auf 74,80 Mio to taxiert, ein Plus von 2,0 Mio to gegenüber dem Vorjahr. Für die EU-28 erwartet das amerikanische Landwirtschaftsministerium einen Rückgang um 0,4 Mio to auf 19,7 Mio to, dagegen für die Ukraine, Australien und China bessere Ernten als im Vorjahr.

Quelle: ks-agrar.de
Der Weizen-Fronttermin September verzeichnete im Mai ein Plus von knapp 14 € auf 185,25 €/to

Mahlweizen leicht im Plus

Ausgelöst von einer festeren Tendenz bei den Mais-Notierungen an der CBoT aufgrund von massiven Aussaatverzögerungen in den USA in Kombination mit Qualitätssorgen bezüglich der US-Winterweizenbestände drehte der Pfeil auch bei den Weizennotierungen an der Euronext steil aufwärts. Zunächst jedoch setzte sich die vorherige, seit Mitte April bestehende Abwärtsbewegung bis Mitte Mai weiter fort bis auf ein Niveau knapp unter 170 €/to. Die anschließende Hausse erreichte Ende Mai bei 190 €/to ihren Zenit. In der Summe verzeichnet der Fronttermin September ein Plus von knapp 14 € auf 185,25 €/to.
Die EU-Kommission erhöhte die EU-Weichweizenernte um 2,5 Mio to auf 143,8 Mio to, ein Plus von 15,2 Mio to respektive 11,8 % gegenüber dem Vorjahresergebnis. Dies wäre die drittgrößte EU-Ernte aller Zeiten nach 2015/16 (152,5 Mio to) und 2014/15 (149,7 Mio to).
Coceral erhöhte zuvor seine Prognose der EU-Weizenernte um knapp 0,5 Mio to auf nunmehr 140,3 Mio to. Der Prognose liegt eine Anbaufläche von 23,5 Mio ha (Vorjahr: 23,0 Mio to; EU-Kommission: 23,8 Mio ha) und ein durchschnittlicher Hektarertrag von 5,96 to/ha (Vorjahr: 5,54 to/ha; EU-Kommission: 6,0 to/ha) zugrunde.
Stratégie Grains hatte Mitte Mai die Weizenernte von zuvor 144,8 Mio to auf 143,9 Mio to nach unten korrigiert (Vorjahr: 127,2 Mio to) und dies mit einer kleineren Anbaufläche in Dänemark und Dürreschäden in Ungarn begründet. Die Annahme von Strategie Grains, das der Druck auf die Notierungen anhalten würde, hat sich zwischenzeitlich nicht bestätigt.

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Bei Mais konnte der neuerntige Novemberkontrakt im Mai acht Euro zulegen auf 177,50 €/to.

Mais reagiert nur verhalten

Der Mais zeigt im Verlauf des letzten Monats ein zweigeteiltes Bild. Der nun ausgelaufene Fronttermin Juni wurde vom Aufschwung nicht mitgerissen. Er notiert mit 165,50 €/to um 1,25 € unter dem Wert des Vormonats. Der Folgetermin August, ebenfalls alterntig, partizipierte erst in den zurückliegenden Tagen und notiert aktuell bei 179 €/to. Der neuerntige Novemberkontrakt konnte dagegen im genannten Zeitraum 8 € zulegen auf 177,50 €/to.
Die EU-Maisernte wurde aufgrund einer kleineren Aussaatfläche seitens der EU-Kommission geringfügig auf 68,2 Mio to zurückgestuft (Vorjahr: 69,0 Mio to). Der durchschnittliche Hektarertrag blieb unverändert bei 7,9 to/ha (Vorjahr: 8,3 to/ha). Für die laufende Kampagne 2018/19 erfolgte eine nochmalige Anhebung der Importe um weitere 1,0 Mio to auf 22,5 Mio to (Vorjahr: 17,9 Mio to).
Coceral erhöhte seine Schätzung vom März um 1,9 Mio to auf 62,9 Mio to (Vorjahr: 60,9 Mio to) und legt dafür einen durchschnittlichen Hektarertrag von 7,24 to/ha zugrunde (Vorjahr: 7,29 to/ha).
Stratégie Grains hatte Mitte Mai die EU-Maisernte um 0,2 Mio to auf 62,9 Mio to zurückgestuft aufgrund einer kleineren Erzeugung in Spanien. Stratégie Grains erwartet, dass der globale Markt in Kürze von den aktuell laufenden, sehr großen Ernten in Argentinien und Brasilien überschwemmt werde und hatte vor diesem Hintergrund ein Abschlagspotential für die Preise prognostiziert. Aufgrund der viel zu nassen Aussaatbedingungen in den USA ist dies völlig in den Hintergrund getreten.

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