Tierwohl wird bei Bio Austria groß geschrieben

Bio Austria Bauerntage: Bei der größten österreichweiten Weiterbildungsveranstaltung im Bereich der biologischen Landwirtschaft standen neben dem Thema Tierwohl auch die steigende Anzahl der Biobetriebe sowie Innovationen aus der Praxis im

Grabmann weiß: Krankheiten bei Tieren verursachen Behandlungskosten, Zeit und Mühe bei der Pflege und folglich verminderte Leistungen. ©Bio Austria
Grabmann weiß: Krankheiten bei Tieren verursachen Behandlungskosten, Zeit und Mühe bei der Pflege und folglich verminderte Leistungen. ©Bio Austria
Die Bio Austria Bauerntage standen heuer unter dem Motto “Boden gut machen – mutig neue Wege gehen”. Für die Bio Austria-Obfrau Gertraud Grabmann ein Sinnbild für die derzeitige Situation der biologischen Landwirtschaft in Österreich, die mit aktuell einem Plus von zehn Prozent einen beachtlichen Zuwachs bei der Anzahl der Betriebe verzeichnet. “Viele Bäuerinnen und Bauern haben sich mit dem Einstieg in die biologische Landwirtschaft dazu entschlossen, einen neuen Weg zu gehen. Und sie werden durch die ganzheitliche Wirtschaftsweise des biologischen Landbaus, in deren Zentrum die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit steht, im wahrsten Sinne des Wortes dazu beitragen, Boden gut zu machen”, so Grabmann.

Steigende Anzahl der Biobetriebe

Der Kompostwender mit Kombi-Vlieswickler wurde beim Bio Austria-Fuchs mit dem ersten Platz ausgezeichnet. ©Starlinger
Der Kompostwender mit Kombi-Vlieswickler wurde beim Bio Austria-Fuchs mit dem ersten Platz ausgezeichnet. ©Starlinger
Mit dem Herbstantrag 2015 haben 1953 Betriebe den Neueinstieg in die Maßnahme “Biologische Wirtschaftsweise” des Umweltprogramms Öpul beantragt. Insgesamt gibt es damit in Österreich mehr als 21.500 Biobetriebe, was eine deutliche Steigerung bedeutet. 2015 waren 19.600 Biobetriebe im Öpul-Programm registriert, 2014 rund 19.200. “Die positive Entwicklung bestätigt, dass unsere Qualitätsstrategie der richtige Weg ist. Sie verschafft uns einen internationalen Wettbewerbsvorteil. Mit unserer Exportoffensive ‚Best of Austria‘ wollen wir den österreichischen Spitzenleistungen zu noch mehr internationaler Aufmerksamkeit verhelfen”, betonte Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter.Diese Qualitätsstrategie und die damit verbundenen hohen Standards bei Gesundheit, Umwelt- und Verbraucherschutz oder bei der Gentechnik dürfe man nicht gefährden: “Die Gefahren für die Landwirtschaft, die ein Freihandelsabkommen mit den USA beinhaltet, konnten von der EU-Kommission bisher nicht entkräftet werden”, bemängelte Grabmann.

Vorreiter auf dem Gebiet Tierwohl

V.l.: Veronika Edler, Johann Kreschischnig, Julia und Albert Starlinger, Stefan Ölzant und Gertraud Grabmann bei der Preisverleihung. ©Bio Austria
V.l.: Veronika Edler, Johann Kreschischnig, Julia und Albert Starlinger, Stefan Ölzant und Gertraud Grabmann bei der Preisverleihung. ©Bio Austria
Auf das Thema Tierwohl wurde bei den diesjährigen Bauerntagen das Hauptaugenmerk gelegt. Bio Austria hat in Zusammenarbeit mit Experten aus der Wissenschaft und Bäuerinnen und Bauern praxistaugliche Leitfäden für das Tierwohl entwickelt. Anhand von tierbezogenen Indikatoren könne die aktuelle Situation am Betrieb von den Bäuerinnen und Bauern selbst rasch eingeschätzt werden. Diese Indikatoren würden zeigen, ob das jeweilige Haltungssystem den Bedürfnissen der Tiere entspricht. “Die Biolandwirtschaft ist mit dem Thema Tierwohl seit je her verbunden, ist Vorreiter auf diesem Gebiet. Dennoch sind wir kontinuierlich gefordert, neue Erkenntnisse aus der Forschung auf unseren Betrieben umzusetzen und uns auch in diesem Bereich weiterzuentwickeln”, betonte Grabmann.

Innovationspreis Bio Austria-Fuchs

Im Rahmen der Bauerntage wurde der Innovationspreis Bio Austria-Fuchs verliehen. Der erste Preis ging an Albert Starlinger aus Hehenberg (OÖ). Er entwickelte eine Maschine, mit der sich mehrere zeitaufwendige Arbeitsgänge beim Kompostwenden verbinden lassen. Mit dem Vlieswickler lassen sich die Arbeitsschritte Miete abdecken, Wenden, Zudecken und Vlies geradeziehen auf einmal bewerkstelligen. Der zweite Platz ging nach Kärnten, an Jakob Kastner aus Dellach. Kastner hat eine Methode zum Verladen von Heu- und Siloballen entwickelt, die es ermöglicht, vier Ballen gleichzeitig mit dem Traktor aufzunehmen und zu transportieren. Den dritten Preis erhielt Stefan Ölzant aus Brand (NÖ), der eine stufenlos hydraulisch verstellbare Dunggabel gebaut hat, mit der das Reinigen der Mistgänge mit nur einem Arbeitsschritt ermöglicht wird.

Thomas Mursch-Edlmayr

- Werbung -