Tiroler Tierwohl-Schlachthof in Betrieb genommen

Neu eröffnet wurde der Schlachtungs- und Zerlegungsbetrieb Obermoser in Söll (Bezirk Kufstein). Er ist nicht nur der zweitgrößte Schlachthof Tirols, sondern auch eine der modernsten Schlachtstätten Westösterreichs.

Mit 1. März ging der Schlachthof in Betrieb. V. l.: Peter Obermoser jun. und Peter Obermoser sen.
Mit 1. März ging der Schlachthof in Betrieb. V. l.: Peter Obermoser jun. und Peter Obermoser sen.

Regional bis zum Kühlregal ist das Fleisch, das der Schlachthof Obermoser in Söll (Bezirk Kufstein) verarbeitet. Die geschlachteten Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen kommen zu 70 Prozent aus dem Bezirk Kufstein, zu 25 Prozent aus Kitzbühel und zu vier Prozent aus Schwaz. Der Rest stammt aus dem restlichen Tirol und Salzburg.

Mit 1. März gingen die Metzger ihr Handwerk an. Gewöhnen mussten sich die 14 Mitarbeiter an das Digitalisierungssystem. Jeder Arbeitsschritt wird erfasst. Somit kann das Fleisch bis an seinen Ursprungsort zurückverfolgt werden. Durch diese computergestützten Maßnahmen gehört der zweitgrößte Schlachthof Tirols zudem zu den modernsten in Westösterreich. „In Zukunft wollen wir auch die Verbindung mit Großhändlern stärker forcieren und die Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Tourismus kräftigen“, so Obermoser.

Tierwohl bis zum Schluss

„Wir achten besonders auf das Tierwohl an unserem Schlachtbetrieb. Eine ruhige Gestaltung soll den Tieren möglichst wenig Stress bereiten“, erklärt Peter Obermoser junior. Der kurze Transportweg soll zusätzliche Ängste nehmen. „Die Rinder sind ihren Anhänger gewöhnt – für sie ist es, als würden sie auf die Alm fahren“, ergänzt er.

Durch Vertrauen finanziert

Über 400 Bauern aus der Region haben zur Finanzierung des 3,5 Millionen Euro teuren Baus beigetragen. 600.000 Euro kamen auf diese Weise zusammen. Der Schlachthof zahlt den Bauern ihr „zinsloses Darlehen“ in Form von Gutscheinen für Dienstleistungen zurück.  Der Bund und die EU haben 17 Prozent der Investitionssumme beigesteuert, das Land Tirol 13 Prozent.

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  • IMG 3587: Hannah Pixner
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