Wer ein Navigationsgerät nutzt, fährt schneller und lässt sich leichter ablenken

IFES-Umfrage ergab: 34 Prozent der Pkw-Lenker geben am Navi während der Fahrt Zielort ein.

Nach der vorläufigen Unfallbilanz für 2017 kamen im Vorjahr 56 Personen auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen ums Leben – durch Unachtsamkeit oder Ablenkung passierten 17 tödliche Unfälle, bei denen insgesamt 19 Menschen ums Leben kamen, also ein Drittel aller Todesopfer. Foto: Wodicka

Das Handy am Steuer ist zwar die Ablenkungsquelle Nummer eins, wie die von der Asfinag im Rahmen der Verkehrssicherheitsinitiative „Hallo Leben“ beauftragte Ifes-Studie zeigte. Doch neben dem Mobiltelefon gibt es eine Reihe anderer Ablenkungsmöglichkeiten, die zum Teil erstaunliche Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben. So ergab die Umfrage unter 1000 Lenkerinnen und Lenkern, dass jede Dritte bzw. jeder Dritte oft bis sehr oft erst während der Fahrt das Navigationsgerät einschaltet und das Ziel eingibt. Und das obwohl mehr als die Hälfte zugaben, dass dieses Hantieren eigentlich stark ablenkt.

Gerade bei Urlaubsfahrten wie sie jetzt viele über Pfingsten planen, sollte daher bedacht werden: das Ziel vor Fahrtantritt eingeben, konzentriert bleiben und Pausen einlegen!

Mehr „brenzlige Situationen“

Bedenklich allerdings ist, dass diese Technik, die eigentlich die Sicherheit erhöht, offenbar dazu verleitet, sich vermehrt abzulenken zu lassen. So ist laut Umfrage „festzustellen, dass brenzlige Situationen signifikant häufiger auftreten, wenn die Fahrerinnen und Fahrer ein Navi im Auto haben“. Auf die Frage: „Was davon ist Ihnen in den vergangenen zwölf Monaten passiert, weil sie abgelenkt waren?“ gaben bei Navi-Nutzerinnen und -Nutzern
-) 48 Prozent an, dass sie plötzlich abbremsen mussten
-) 31 Prozent, dass sie jemandem zu dicht aufgefahren sind
-) und 25 Prozent, dass sie unkonzentrierter waren, weil sie während des Autofahrens Tagträumen nachhingen.

Zum Vergleich bei Fahrzeugen ohne Navigationsgerät waren es 40, 18 und 13 Prozent

Auswirkung auf Tempo

Doch nicht nur die Ablenkung durch das Navi selbst ist gefährlich. Auch das Verhalten hinsichtlich Geschwindigkeit ändert sich offenbar, wie die Umfrage ergab. Personen, die Technik im Auto nutzen, fahren demnach auch schneller als andere. So fahren etwa Navi-Nutzer auf der Autobahn im Vergleich zu Nicht-Nutzern im Schnitt 139 km/h und damit schneller als jene ohne Navigationsgerät (im Schnitt 131 km/h). Und das gilt für sowohl für junge als auch für ältere Lenkerinnen und Lenker. Abgeschwächt gilt das auch bei der Nutzung von Fahr-Assistenten im Auto: Mit derartiger Technik beträgt die durchschnittliche Höchstgeschwindigkeit 140 km/h, ohne solche 137 km/h.

Unfallursache Nummer eins: „Hallo Leben“ Kampagne gegen den Blindflug

Ablenkung ist vor Übermüdung, zu hohem Tempo und zu wenig Abstand unangefochten Risikofaktor und Unfallursache Nummer Eins auf Autobahnen. Nach der vorläufigen Unfallbilanz für 2017 kamen im Vorjahr 56 Personen auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen ums Leben – durch Unachtsamkeit oder Ablenkung passierten 17 tödliche Unfälle, bei denen insgesamt 19 Menschen ums Leben kamen, also ein Drittel aller Todesopfer.

Drei Asfinag-Tipps gegen Ablenkung

Erledigen Sie alles, was nicht zum „reinen Fahren“ gehört, vorher oder nachher. Egal ob Trinken, Essen, Rauchen, Einstellen des Navis, ein Telefonat oder der letzte Check der Mails. Oder machen Sie eine Pause.
Elektronische Geräte nach Möglichkeit nicht bedienen: Egal ob Nutzung des Handys oder Einlegen einer CD – die Beschäftigung mit elektronischen Geräten dauert zu lange.
Gegenstände griffbereit hinlegen: Etwa die Sonnenbrille auf einen bestimmten Platz legen, um „blind“ darauf zugreifen zu können. Alles andere wie Zeitschriften, Unterlagen, Trinkflaschen etc. gehört in den Kofferraum oder im Fahrgastraum sicher verstaut und nicht auf den Beifahrersitz.

- Bildquellen -

  • Autobahn: Wodicka
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