Zeit, ein kostbares Gut!

Bäuerinnenkommentar von Monika Greier, Biobäuerin aus Patsch, Tirol

Es ist schon paradox. Wir leben in einer Gesellschaft, die hoch technisiert ist. Maschinen und Geräte erledigen für uns den Haushalt, unsere Arbeit. Handwerk wird durch Fabriken ersetzt, bei unseren Erledigungen gehen wir selten zu Fuß.
All diese Tätigkeiten verlangten den Generationen vor uns viel Zeit ab. Eigentlich müssten wir als logische Folge heute unendlich viel Zeit für uns und unsere Liebsten haben. Doch beinahe jeder fühlt sich gestresst. Der ganze Tag ist durchorganisiert: Termine, Pläne, Aktivitäten – die Zeit scheint immer noch schneller zu vergehen und fällt etwas von unserer To-Do-Liste weg, sind wir meist damit überfordert, die gewonnene Zeit sinnvoll für uns zu nutzen. Was noch mehr auffällt: Diese ganzen Entlastungen im Alltag führen dazu, dass wir weniger belastbar werden. Diesem Phänomen unterliegt nicht nur die erwerbstätige Generation – vom Kleinkind bis zum Senioren sind die Tage komplett verplant. Vor einigen Jahren sah man gelegentlich noch Kinder in Feld und Garten beim Spielen, ohne Zeitdruck und bei selbst gewählten Aktivitäten, ältere Menschen trafen einander ab und an auf einem Bankerl und hatten sich viel zu erzählen. Traf man sich auf der Straße, wechselte man ein paar Worte und tauschte Neuigkeiten aus. Wo ist sie nur, die gesparte Zeit? Haben wir sie wirklich nicht mehr oder vergeuden wir sie in der virtuellen Welt in unserem Kämmerlein? Vielleicht täte es uns gut, einmal Zeit zu schenken: unserer Familie, unserem Partner und unseren Mitmenschen aus Fleisch und Blut.

 

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