40.000. Jaguar rollt auf Terra Trac vom Band

Der Claas Jaguar Terra Trac soll mit seinem Raupenlaufwerk beste Bodenschonung unter allen Bedingungen ermöglichen und dabei schmal auf der Straße bleiben. Foto: Werksfoto

Claas produzierte in Harsewinkel den 40.000. Jaguar. Seit dem Start im Jahr 1973 entwickelte sich das Unternehmen nach eigenen Angaben mit den Jaguar-Baureihen zum Weltmarktführer bei selbstfahrenden Feldhäckslern. Innovative Lösungen und Effizienz machen über vier Jahrzehnte hinweg den Jaguar-Erfolg aus. Jüngstes Beispiel: Ein Innovation Award in Gold für den Jaguar Terra Trac auf der Landtechnikmesse Sima in Paris.

Start im Jahr 1973, erstes Lenksystem 1976

Der rasant steigende Maisanbau Ende der 1960er-Jahre verlangte nach einer immer leistungsstärkeren Erntetechnik. Angebaute und gezogene Geräte stießen an ihre Leistungsgrenzen. Claas erkannte frühzeitig das Potenzial in diesem Segment. Im Juni 1973 mit der Herstellung eines leistungsfähigen selbstfahrenden Feldhäckslers, dem Jaguar 60 SF. Bereits im Jahr 1976 folgte der Jaguar 80 SF mit wesentlichen Weiterentwicklungen: Trennmöglichkeit von Häcksel- und Einzugswalzen, Wurfgebläse und Lenkautomatik. Nach der Erweiterung des Angebots um den Jaguar 70 SF folgte 1983 die nächste Generation mit vier Modellen. Jaguar 690, 680, 685 und 675 brachten, so Claas, mit über 7000 gebauten Maschinen die Marktführerschaft in Europa. Fünf Jahre später umfasste das Angebot bereits sechs Modelle mit Motorleistungen zwischen 354 PS und 215 PS:

Jaguar 800 setzt Maßstäbe

Die Jaguar 800-Baureihe ging bereits 1993 in einer kleinen Vorserie an den Start. Die neue Baureihe verfügte über Motoren mit 228 KW (310 PS) bis 354 KW (481 PS). Der Einbau quer hinter der Lenkachse ermöglichte laut Claas einfache und direkte Antriebe, eine optimale Kühlluftzufuhr und gute Zugänglichkeit zum Maschineninnenraum. Diese neuartige Konfiguration sei weltweit richtungsweisend für die heutigen modernen Feldhäcksler geworden. Durch die günstige Triebachsbelastung ließen sich erstmalig achtreihige Maisgebisse anbauen. Der direkt hinter dem Corncracker angeordnete Nachbeschleuniger verbesserte zudem den Häckselgutfluss.

Eine Besonderheit der Jaguar 800-Baureihe war das Field Shuttle, das 1997 auf den Markt kam. Es basierte auf einem Jaguar 880 und war in einer Trailerversion (FS 880 T) sowie einer Containerversion (FS 880 C) verfügbar. Das neuartige Logistikkonzept ermöglichte es, übliche LKW-Auflieger an einen Jaguar-Feldhäcksler anzuhängen bzw. darauf einen Container aufzubauen. Die Erntegutübergabe erfolgte dann am Feldrand, so dass die Transportfahrzeuge nicht auf den Acker fahren mussten.

Mit 445 KW (605 PS) unter der Jaguar 900-Haube wurde ab 2001 eine beachtliche „Leistungsschallmauer“ durchbrochen. Der Fahrer fand außerdem einen vollkommen neu gestalteten Arbeitsplatz vor. Sämtliche Funktionen ließen sich einfach einstellen oder mit Hilfe eines Terminals überwachen. Ab der Saison 2003 gab es auf Wunsch die Schnellfahrversion Speedstar mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Der legendäre Green Eye kam 2006 sogar mit 623 PS auf den Markt und wartete mit zahlreichen Neuerungen für noch mehr Effizienz und Komfort auf.

Jaguar 900: Die nächste Generation

Ab der Saison 2008 begeisterte die Jaguar 900-Baureihe durch herausragende Leistungen und Spitzen-Häckselqualität, so Claas. Die neuen Modelle waren mit einem breiteren Motorenspektrum, einer neuen intelligenten Motorsteuerung, einer kontinuierlichen Feuchtemessung, dem Cebis-Komfort sowie einer neuen Messertrommel V-MAX ausgestattet.

Auf der Agritechnica 2009 erhielt das automatische Befüllsystem Auto-Fill des Jaguar 900 eine Goldmedaille. Das System ermöglicht eine leichtere automatisch gesteuerte Wagenbefüllung und bietet eine erhebliche Arbeitserleichterung.

Eine weitere hohe Auszeichnung erhielt der Claas Jaguar auf der Agritechnica 2011: „Maschine des Jahres“. Ausschlaggebend für die Prämierung durch die Jury war unter anderem die die neue bedarfsabhängige Leistungssteuerung Dynamic Power. Seit 2013 sind für die Baureihe 900 auch leistungsstarke Motorvarianten verfügbar, die die Abgasnorm Tier 4i erfüllen.

Im Jahr 2014 startete auch die Jaguar 800-Baureihe in die nächste Generation. Auch hier sorgt die automatische Motorleistungsregelung Dynamic Power für mehr Effizienz und Durchsatzleistung im Voll- und Teillastbereich, indem die Motorleistung automatisch erhöht oder reduziert wird. So soll der Fahrer stets im effizientesten Drehzahlbereich fahren können – in der neu gestalteten Kabine komfortabler als je zuvor.

Zum Geschäftsjahr 2017 führte Claas eine weiterentwickelte Variante der Feldhäcksler-Baureihe Jaguar 900 ein. Die Neuheiten: ein stufenloser Vorsatzantrieb, ein weiter verbessertes Gutflusssystem, ein neues Fahrwerkskonzept und das Claas Auto Fill-System für eine verlustfreie Seiten- und Heckbeladung.

Nummer 40.000 ist ein Terra Trac

Jüngstes Mitglied der Claas Jaguar-Familie ist seit 2018 der Jaguar 960 Terra Trac. Als erster Feldhäcksler im Markt bietet er eine ab Werk integrierte Raupenlaufwerklösung, so Claas. Das neue Konzept soll beste Bodenschonung unter allen Bedingungen leisten und  dabei schmal auf der Straße bleiben. Eine intelligente Vorgewendeschonung dient der Verhinderung von Narbenschäden im Grünland und dem Ganzjahreseinsatz. Die Innovative Maschine wurde mit einem Innovation Award in Gold auf der Landtechnikmesse SIMA in Paris ausgezeichnet.

Damit bietet Claas mit zwölf Modellen in zwei Baureihen ein umfangreiches Angebot an selbstfahrenden Feldhäckslern für jeden Einsatzbereich. Seit Beginn der Jaguar-Produktion entwickelt Claas auch die passenden Vorsatzgeräte und legt dabei größten Wert auf guten Gutfluss und Effizienz. Aktuell sind die Direktschneidwerke Direkt Disc, die Pick Up und der Maisvorsatz Orbis verfügbar.

Der 40.000. Jaguar rollt mit Terra Trac und besonderen Design auf dem Seitenklappen vom Band. Zur Feier des Stückzahljubiläums sind außerdem Vorführmaschinen weltweit mit der großen Raubkatze auf der Seite unterwegs.

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