50 Jahre Maschinenring Österreich

Rund 400 Gäste kamen zur Maschinenring-Bundestagung nach Wiener Neustadt. Zum 50-Jahr-Jubiläum standen Digitalisierung, KI, Klimawandel und die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft im Mittelpunkt.

50 Jahre Maschinenring Österreich

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Ende September fand in Wiener Neustadt die Bundestagung des Maschinenring Österreich statt. Rund 400 Gäste aus Österreich sowie Deutschland, Südtirol, der Schweiz, Slowenien, der Slowakei, Tschechien, England und Schweden nahmen an der dreitägigen Veranstaltung teil. Unter dem Motto „Zukunft mit Herkunft. Mensch und Wandel im Einklang.“ wurde dabei auch das 50-jährige Bestehen des Maschinenring Österreich thematisiert. Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem die Generalversammlung des Maschinenring Österreich abgehalten.

Norbert Totschnig, der selbst mehrere Jahre beim Maschinenring tätig war, eröffnete die Veranstaltung und verwies auf die Bedeutung regionaler Netzwerke angesichts zunehmender Herausforderungen durch den Klimawandel. Gerade bei Extremwetterereignissen komme es darauf an, Wissen und vorhandene Ressourcen zu bündeln und rasch reagieren zu können. Das österreichweite Netzwerk des Maschinenrings könne dabei eine Rolle spielen. „Gemeinsam geht es leichter“, fasste Totschnig den Grundgedanken des Maschinenrings zusammen. Auch Maschinenring-Bundesobmann Franz Xaver Broidl betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Der Maschinenring lebt von seiner starken Gemeinschaft. Sie ist die Basis dafür, dass wir Veränderungen gemeinsam anpacken und Zukunft gestalten.“

Frauen als Gestalterinnen

Ein Schwerpunkt der Bundestagung lag auf dem Internationalen Jahr der Bäuerin 2026. Daniela Morgenbesser, Leiterin Agrarkommunikation der Landwirtschaftskammer Niederösterreich und Obfrau von FemAgrar Austria, sprach über die Rolle von Frauen bei der Weiterentwicklung der Landwirtschaft. Dabei ging es unter anderem um Rahmenbedingungen, die Frauen eine stärkere Beteiligung ermöglichen können. Genannt wurden sichtbare Vorbilder, familienfreundliche Strukturen und Netzwerke sowie eine gezielte Ansprache von Frauen für Führungs- und Funktionärsaufgaben. Wirtschaftstrainerin Christine Hackl widmete sich in ihrem Vortrag unter dem Titel „Krisenfit“ dem Umgang mit Veränderungen und schwierigen Situationen. Im Mittelpunkt standen unter anderem Klarheit, persönliche Haltung, Netzwerke und der bewusste Umgang mit Veränderungen.

Auch beim Niederösterreichischen Länderabend wurde die Rolle der Bäuerinnen thematisiert. Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger richtete eine Ansprache an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Franziska Fröschl, Bundesobmann-Stellvertreterin des Maschinenring Österreich, stellte in ihrem Beitrag zudem einen Zusammenhang zwischen dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb und der Situation von Bäuerinnen im Senegal her.

Maschinenring-Idee reicht bis nach Afrika

Internationale Zusammenarbeit war ein weiterer Schwerpunkt der Bundestagung. Der Maschinenring Weltverband verbindet heute Maschinenring-Organisationen in 15 Ländern Europas und Afrikas. Ziel ist unter anderem der Austausch von Wissen und Erfahrungen sowie die Weiterentwicklung des Maschinenring-Modells unter unterschiedlichen landwirtschaftlichen und regionalen Bedingungen. Hans Peter Werderitsch, Präsident des Maschinenring Weltverbands, gab Einblicke in die internationale Entwicklung. Ein Beispiel ist der Aufbau von Maschinenringen im Senegal, der seit 2019 vorangetrieben wird. Nach Angaben des Maschinenrings profitieren dort rund 50.000 kleinbäuerliche Familienbetriebe vom Zugang zu Technik und Wissen. Der Ansatz orientiert sich dabei am Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.

KI unterstützt bei der Maschinenvermittlung

Auch die Digitalisierung war Thema der Bundestagung. Der Maschinenring Steiermark präsentierte mit „Franz“ einen KI-gestützten Buchungsassistenten für die Maschinenvermittlung. Das System soll telefonische Anfragen entgegennehmen, die Verfügbarkeit von Maschinen prüfen und Buchungen über das MR AgrarPortal abwickeln. Damit sollen vor allem Routineaufgaben digital unterstützt werden.

Persönliche Beratung und komplexere Entscheidungen sollen weiterhin beim Menschen bleiben. Weitere Beispiele aus den Bundesländern zeigten unterschiedliche Einsatz­bereiche des Maschinenrings. Das Burgenland stellte die technische Betreuung von Biomasse-Nahwärmeanlagen vor, Niederösterreich präsentierte Projekte aus den Bereichen Forst, Biomasse und Energie. Damit reicht das Tätigkeitsfeld des Maschinenrings heute über die klassische Zusammenarbeit bei Maschinen hinaus.

Nach drei Tagen endete die Bundestagung mit der Übergabe der Gastgeberrolle. 2027 wird der Maschinenring Burgenland die Bundestagung ausrichten.

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