Seit 2009 ist die Käfighaltung von Legehennen in Österreich Geschichte. Damals hatten sich Handel und Erzeuger – „per Handschlag“, wie es heißt – darauf geeinigt, im Gegenzug für diesen gewagten Schritt heimischen Schaleneiern im Lebensmitteleinzelhandel stets den Vorzug zu geben. Laut Geflügelwirtschaft Österreich (GWÖ) wurde dieser „Grundkonsens“ kürzlich gebrochen. Die Handelskette Spar habe sich in den vergangenen Wochen dazu entschieden, ausländische Eier in das Sortiment aufzunehmen, so der Vorwurf der Bauernvertreter. Belegen könne man dies durch Testkäufe, etwa in und um die Bundeshauptstadt Wien.
Genug Eier oder nicht?
„Spar verlässt diesen gemeinsamen Weg als großer Lebensmitteleinzelhändler Österreichs. Das ist ein klarer Tabubruch“, so Günther Wenninger, Obmann der EZG Frischei und Vorstandsmitglied der GWÖ. Seinen Ausführungen zufolge gehen nur 40 Prozent der hierzulande produzierten Eier in den Lebensmitteleinzelhandel, die Ware wäre also da.
Den Zahlen der Packstellen zufolge wurde die - gesteigerte Nachfrage des Handels in den vergangenen Jahren stets zuverlässig bedient. Zwar werden nach Ostern laut EZG stets Herden ausgestallt, durch die geringere Nachfrage nach den Feiertagen wäre man aber imstande, den Bedarf zu decken. „Wir wollen keine Auseinandersetzung ‚David gegen Goliath‘, aber wir können diese Entwicklung nicht kommentarlos hinnehmen“, betont GWÖ-Obmann-Stellvertreter Heinz Schlögl. Die BauernZeitung hat beim angesprochenen „Goliath“ nachgefragt. Spar-Sprecherin Nicole Berkmann bestätigt: „Wir führen in einigen Regionen in Österreich Eier aus Bayern.“ Nachsatz: „Aber nur dort, wo wir diese Eier zu einer besseren Versorgung benötigen.“
Wir wollen keine Auseinandersetzung ‚David gegen Goliath‘, aber können das nicht kommentarlos hinnehmen.
Heinz Schlögl
Man habe die bestellte Ware bei heimischen Lieferanten nicht geliefert bekommen und sehe es als Aufgabe an, die Versorgung in allen Filialen sicherzustellen. „Wir wollen grundsätzlich lieber ausschließlich heimische Eier. Der Import ist nötig, solange die heimische Eierwirtschaft uns nicht die geforderte Ware liefert“, so Berkmann. Bei den Packstellen wiederum weiß man indes nichts von knappen Lagerständen. Eier seien „mehr als ausreichend in allen Haltungsformen verfügbar“. Laut GWÖ seien Engpässe eher zwischen Gastronomie, Industrie und Handel – etwa durch die Vogelgrippeausbrüche im Ausland – ein Thema. Fehlende Produktionskapazitäten gäbe es nicht. Wer nun Recht hat, lässt sich kaum festmachen.
Verbraucher können sich durch die klaren Kennzeichnungspflichten aber stets sicher sein, woher ihr Ei am Frühstückstisch kommt. In diese Kerbe schlägt auch die Geflügelwirtschaft. Man appelliert an den Handel, weiterhin heimischer Ware den Vorzug zu geben und damit Versorgungssicherheit und die bäuerlichen Existenzen abzusichern. In Richtung Konsumenten werden die Vorzüge heimischer Eier betont: „Wer zu österreichischen Eiern greift, entscheidet sich bewusst für Tierwohl, Qualität und die Unabhängigkeit unserer Versorgung.“
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))