Student im karierten Hemd von hinten in einem vollen Hörsaal, im Hintergrund ein verschwommener Dozent am Podium.

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Schwerpunkt Bildung: Vom Hörsaal auf den Acker

Teil 4: Wer nach der Matura sein agrarisches Wissen vertiefen möchte, findet hierzulande ein vielseitiges Studienangebot. Die Studiengänge reichen von Agrarwissenschaften über Digitalisierung bis hin zu Agrarpädagogik.

Die Universität für Bodenkultur Wien, neuerdings Boku University genannt, ist in Österreich die Adresse, wenn es um Agrar- und Umweltwissenschaften auf universitärem Niveau geht. Sie verbindet Landwirtschaft mit Naturwissenschaften, Technik sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Im Bachelorstudium Agrarwissenschaften erwerben Studierende zunächst ein breites Grundlagenwissen, von Pflanzenbau, Tierhaltung und Bodenkunde über Agrartechnik bis hin zu Betriebswirtschaft, Agrarpolitik und Naturwissenschaften. Praktika, Labor­übungen und Exkursionen sind fixer Bestandteil des Studiums und sorgen für einen engen Bezug zur Praxis.

Im Laufe des Studiums können individuelle Schwerpunkte gewählt werden. Besonders gefragt ist die Vertiefung Tierische Produktion, in der sich Studierende mit allen Aspekten der Nutztierhaltung befassen. Wahlmodule geben Einblick in das Futtermittelmanagement, Verfahrenstechnik in der Nutztierhaltung oder der Qualität tierischer Lebensmittel. Weitere Schwerpunkte zur Spezialisierung im Bachelorstudium sind Pflanzliche Produktion, Ökologische Landwirtschaft, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Agrarbiologie, Obst- und Gartenbau oder Weinbau und Önologie.

Absolventen steht der Weg in acht deutsch- oder englischsprachige sowie internationale Masterstudiengänge offen. Damit eröffnen sich vielfältige Berufsmöglichkeiten, die von der landwirtschaftlichen Praxis über Beratung und Verwaltung bis hin zu Forschung und internationalen Organisationen reichen. Eine Sonderstellung nimmt die Veterinärmedizinische Universität Wien ein. Sie bildet angehende Tierärzte aus. Neben der medizinischen Versorgung von Tieren beschäftigen sich die Studierenden auch mit Tierwohl, Tierseuchen oder dem Zusammenhang zwischen Tiergesundheit, Umwelt und Ernährung.

Studium für Praktiker

Die agrarischen Fachhochschulen in Nieder- und Oberösterreich richten sich an Studierende, die Landwirtschaft mit Technik, Wirtschaft und Innovation verbinden möchten. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Lehrveranstaltungen, Projektarbeiten und die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, Versuchsbetrieben und Forschungseinrichtungen. Dadurch erwerben die Studierenden nicht nur wissenschaftliche Grundlagen, sondern lernen auch, innovative Lösungen für die Landwirtschaft der Zukunft zu entwickeln. Schwerpunkte sind unter anderem Digitalisierung, Smart Farming, Betriebsmanagement und nachhaltige Produktion.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Digitalisierung der Landwirtschaft. An der Fachhochschule Wiener Neustadt (Campus Wieselburg) wird der Bachelorstudiengang Agrartechnologie und Digital Farming angeboten. Im Studium beschäftigen sich die Studierenden mit Präzisionslandwirtschaft, Sensorik, Drohnen, GPS-gesteuerten Maschinen, Robotik und Datenmanagement. Das Ziel sei laut der Fachhochschule, zukunftsträchtige Kompetenzen zu vermitteln.

An der FH Oberösterreich verbindet der Bachelor Agrartechnologie und -management landwirtschaftliches Fachwissen mit Technik und Betriebswirtschaft. Der darauf aufbauende Master Agrarmanagement und -innovationen legt den Schwerpunkt auf Innovation, Digitalisierung und nachhaltige Unternehmensentwicklung.

Eine besondere Spezialisierung bietet die FH Burgenland mit dem Masterstudium Internationales Weinmarketing, das sich auf internationale Weinwirtschaft, Markenführung und Vermarktung konzentriert.

Mehr zum Thema:Teil 5: Die Lehre bietet Praxis von Anfang an

Pädagogik in allen Facetten

Eine besondere Rolle im österreichischen Agrarbildungssystem nimmt die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik (HAUP) in Wien ein. Sie bildet Lehrkräfte für landwirtschaftliche Schulen sowie Beraterinnen und Berater für die Land- und Forstwirtschaft aus und gilt als wissenschaftliches Kompetenzzentrum für „Grüne Pädagogik“. Neben den Studiengängen Agrarpädagogik und Umweltpädagogik gewinnen auch neue Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltberatung und Projektmanagement zunehmend an Bedeutung.

Mit dem Bachelorstudium „Green Transformation – Umweltberatung und Bildung“ reagiert die Hochschule auf den steigenden Bedarf an Fachkräften für die nachhaltige Entwicklung. Das Studium verbindet Fachwissen aus Landwirtschaft und Umwelt mit pädagogischen und beratenden Kompetenzen und eröffnet Berufsperspektiven in Schulen, in der landwirtschaftlichen Beratung sowie im Umwelt- und Bildungsbereich.

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