Dass der Klimawandel Auswirkungen auf den Wasserhaushalt hat, ist nichts Neues. Aus diesem Grund wurde eine gemeinsame Studie „Wasser im Klimawandel“ des Umweltministeriums, der Länder und der Forschung angelegt. Ziel ist es anhand bestehender und neuer hydrologischer Messdaten künftige Wasserszenarien bis 2100 zu prognostizieren.
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Zwischenergebnisse zeigen deutlich eine klimawandelbedingt gestiegene Verdunstung, sinkendende Grundwasserstände sowie die Folgen auf die Trinkwasserversorgung, die Lebensmittelproduktion und Ökosysteme. Die Gründe dafür sind höhere Temperaturen, die frühere Schneeschmelze, mehr Sonnenstrahlung, also mehr Energie, die in die Atmosphäre gelangt und mehr Feuchtigkeit den Boden entziehen kann, aber auch eine längere Vegetationsphase. „Die Vegetationsperiode beginnt mittlerweile zweieinhalb Wochen früher als noch vor 50 Jahren und das führt dazu, dass mehr Feuchtigkeit dem Boden entzogen wird“, erklärt Hydroklimatologe Klaus Haslinger von der GeoSphere Austria.
Die Vegetationsperiode beginnt mittlerweile zweieinhalb Wochen früher als noch vor 50 Jahren und das führt dazu, dass mehr Feuchtigkeit dem Boden entzogen wird.
Klaus Haslinger
Schlüsselpunkt Lebensmittelproduktion
Für die Landwirtschaft heißt das konkret, dass der Bewässerungsbedarf steigen wird. Derzeit wird hierzulande nur ein niedriger Anteil landwirtschaftlicher Kulturfläche bewässert. Forschungen im Bereich trockenheits- und hitzetoleranter Sortenzucht sind bereits voll im Gange. Ebenso gibt es Förderungen vom Landwirtschaftsministerium, wie Bundesminister Norbert Totschnig erklärte: „Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Klimawandelanpassung in der Lebensmittelproduktion, einerseits durch effiziente Bewässerungsmaßnahmen in der Landwirtschaft und andererseits durch nachhaltige Bewirtschaftungsformen.“
Vorbeugen zahlt sich aus
Begrünung, Mulchsaat oder Fruchtfolgen sind nur einige Maßnahmen, um Trockenheit am Boden zu reduzieren. „Was klar ist, dass sich Bäuerinnen und Bauern einstellen müssen, dass die warme Jahreszeit trockener wird und vermehrt mit Mangelsituationen konfrontiert werden“, so Haslinger. Er empfiehlt zum einen, „den Boden mehr zu beschatten und so wenig wie möglich Ackerboden unbedeckt zu lassen.“
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Mulch zwischen den Kulturen kann den Boden vor Hitze schützen.
Trinkwasserversorgung hat Vorrang
Ein weiteres Ergebnis der Studie sind auch die Folgen auf die Trinkwasserversorgung. Die Messdaten belegen nämlich eine Abnahme der Grundwasserstände im vergangenen Jahrzehnt. Durchschnittlich sanken diese um 30 bis 50 cm. Auch wenn die Veränderungen der Grundwasserstände regional variieren, bedeutet dies eine bundesweite Trendänderung im österreichischen Wasserhaushalt. Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang derzeit in Salzburg, Oberösterreich und Teilen des östlichen Kärntens. Auch die Niederwassermessungen, also die Wasserstandsmessungen von Flüssen bei niedrigem Wasserstand, passen dazu. Für die kommenden Jahrzehnte sei deshalb insgesamt mit tendenziell niedrigen Grundwasserständen zu rechnen. Die Trinkwasserversorgung werde laut Bundesminister Totschnig immer Priorität haben. Klaus Haslinger meint dazu: „Bei Wasserknappheit beziehungsweise in Trockenphasen seien Monitoring und Managementpläne wichtig, um zu entscheiden, wer wie viel Wasser verwenden darf.“
Der finale Bericht der Studie erscheint Ende 2026 und wird detaillierte Prognosen für Österreich bis 2100 enthalten.
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