Kommentar der Woche: Es ist nicht alles schlecht

Porträt Clemens Wieltsch

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Lange vorab wurden sie bereits angekündigt, am Dienstag war es schließlich so weit. Agrarkommissar Christophe Hansen präsentierte gleich zwei neue Strategiepläne, die die europäische Landwirtschaft in den kommenden Jahren wohl prägen werden: die Tierhaltungsstrategie einerseits und die Eiweißstrategie andererseits. Bei all den Aktions- und sonstigen Plänen, die in den vergangenen Jahren aus der EU auf den Sektor hereinprasselten, reagiert man auf solche bekanntlich mittlerweile mit äußerster Vorsicht. Diesmal offenbar zu Unrecht, wie eine erste Durchsicht des kurz vor Druckschluss veröffentlichten Materials zeigt. Die Kommission erkennt offen die gewichtige Rolle der Nutzierhaltung für den wirtschaftlichen Fortbestand der Regionen an, von Abstockungszielen und weiteren Emissionsauflagen ist (vorerst) nichts zu lesen.

Man will den Sektor zukunftsfit machen und sieht dazu einen Investitionsbedarf von 18 Milliarden Euro – allein auf den Höfen, wohlgemerkt. Auch vor dem Kapitel „Tierwohl“ braucht man sich aus österreichischer Sicht nicht zu fürchten. Offenbar soll das Käfig-Aus im Sektor EU-weit kommen, die geltenden Tierwohlkriterien in Bälde auch für Importe gelten. Aus rot-weiß-roter Perspektive ist auch die Eiweißstrategie schon gegessen. Die EU strebt mehr Diversifizierung bei Eiweißfuttermitteln an und will die Eigenproduktion bis 2035 auf 35 Prozent steigern. Laut Zahlen des Agrarministeriums erfüllt Österreich diese Marke bereits. Es muss also nicht alles negativ sein, was von der EU-Agrarpolitik erdacht wird. Möge der neue Stil Schule machen und mit entsprechender Finanzierung einhergehen.

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