Über mehrere Monate hinweg trotzte die Sägeindustrie der allgemeinen Konjunkturentwicklung und fragte Nadelsägerundholz zu attraktiven Preisen nach. Damit ist seit geraumer Zeit Schluss. Die Auftragslage im österreichischen Holzbau blieb in der ersten Jahreshälfte schwach. Damit entwickelt sich dieser nicht besser als die Bauwirtschaft insgesamt. Mit den wiederaufgenommenen Kriegshandlungen im Nahen Osten ist auch die weitere Entwicklung der Energiepreise kaum abschätzbar.
Diese Gemengelage wirkt sich negativ auf den Absatz von Schnittholz und damit auch auf die Nachfrage nach Nadelsägerundholz aus. „Die Nachfrage ist regional unterschiedlich, da die Bevorratungssituation von ausreichend bevorrateten über aufnahmefähige bis hin zu sehr lagerarmen Sägestandorten reicht“, informiert die Forstabteilung der LK Österreich. So seien etwa in Oberösterreich alle Sägewerke aufnahmefähig. In der Steiermark hingegen werden die Lieferungen aus den Schadgebieten kontingentiert.
Preislich bewegt sich das Leitsortiment Fichte/Tanne (Kl. A, B, C, 2b) im Bundesmittel bei 121,06 Euro je Festmeter (netto, frei Straße). Dies entspricht gegenüber dem Vormonat einem Rückgang um wenige Cent. Die Aufnahmefähigkeit der oberösterreichischen Säger spiegelt sich vorerst nicht in den Preisen wider. Diese hielten lediglich das Niveau der vergangenen zwei Monate. Die LK-Analysten notierten die höchsten Preise in Salzburg und in der Steiermark. Dort wurden bis zu 128 Euro pro Festmeter bezahlt. Tiefstwerte meldet der äußerste Westen Österreichs. Vorarlbergs Forstwirte erlösen zum Teil nur 112 Euro je Festmeter.
Interessant ist die jüngste Entwicklung in Niederösterreich. Dort lässt sich nach der saisonüblichen Flaute im späten Frühjahr wieder Kiefer vermarkten. Preislich bewegt man sich allerdings nur rund um das Bundesmittel von 82,58 Euro je Festmeter (Kl. A, B, C, 2a+). „Aufgrund der Verblauungsgefahr ist auf einen raschen Abtransport zu achten“, raten die LK-Forstfachleute. Keine Trendumkehr gibt es bei Lärche: Das Angebot sei nach wie vor unter der Nachfrage. „Die Preise verharren auf einem hohen Niveau“, teilt man mit. Dem Vernehmen nach sind immer noch Preise von mehr als 150 Euro je Festmeter üblich. Generell stünden laut LK – mit Ausnahme der Steiermark – ausreichend Transportkapazitäten zur Verfügung. „Die Waldlager wurden weitgehend abgebaut“, heißt es.
Industrieholz gesucht
Mit dem verringerten Einschnitt der Sägeindustrie reduzierte sich zuletzt auch die anfallende Menge an Sägenebenprodukten. „Das lässt die Nachfrage nach Nadelindustrierundholz kontinuierlich steigen“, weiß man in Wien. Trotz eines gewissen Lageraufbaus in den letzten Wochen seien die Standorte der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie voll aufnahmefähig. Bereitgestellte Sortimente würden rasch abtransportiert und übernommen. Bundesweit lässt ein Preissprung noch auf sich warten. Im Mittel werden für Faserholz (Fichte/Tanne) 44,47 Euro je Festmeter bezahlt. Deutlich darüber liegt auch hier Salzburg. Dort wurden laut den LK-Statistiken zuletzt bis zu knapp 60 Euro je Festmeter bezahlt.
Saisonübliches Energieholzgeschäft
Von den Ölpreisentwicklungen unbeeindruckt zeigt sich nach wie vor der Energieholzmarkt. Dieser verlaufe hierzulande „der Jahreszeit entsprechend“. „Einzelne Abnehmer versuchen, sich Mengen für die kommende Heizsaison zu sichern und adäquate Lagerstände aufzubauen“, berichten die Analysten. In Kombination mit energiekostenbedingten erhöhten Bereitstellungskosten wurden regional Preise leicht nach oben korrigiert. So geschehen bei Hackgut hoher Qualität (frei Werk), das nun im Schnitt 119 Euro erlöst. Kaum Bewegung zeigt das Brennholzgeschäft. Mit den regional üblichen Abstufungen sind für Weichholz im Mittel 83 Euro je Raummeter zu erlösen, bei Hartholz sind es die bekannten 112 Euro.
Seitens der LK-Forstberatung wird indes betont, dass trotz jüngster Niederschläge nach wie vor beste Voraussetzungen für einen Borkenkäferbefall vorherrschen. Befallene Bäume sollten heuer mehr denn je rasch identifiziert und aus dem Bestand entfernt beziehungsweise für eine Vermehrung unschädlich gemacht werden.
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