Landwirtschaft interessiert viele Menschen in Österreich – dieses Ergebnis liefert eine neue Studie des Dachverbandes „Nachhaltige Tierhaltung Österreich“. Fast jede zweite Person beschäftigt sich grundsätzlich damit. Dabei genießt Landwirtschaft erfreulicherweise einen sehr hohen gesellschaftlichen Stellenwert und wird als wesentlicher Faktor für Lebensqualität und Stabilität des Landes angesehen.
Handlungsbedarf gibt es allerdings beim direkten Bezug zum bäuerlichen Alltag: Besonders bei jüngeren Menschen zwischen 16 und 30 Jahren ist dieser deutlich schwächer geworden. Genau hier liegt eine der zentralen Herausforderungen, die zugleich Chance für die heimische Landwirtschaft sein kann. Das Interesse ist vorhanden, das Vertrauen ebenfalls, allein der persönliche Zugang fehlt. Landwirtschaft findet für viele Menschen zunehmend außerhalb ihres direkten Lebensumfeldes statt. Stall, Feld und Hof sind heute keine alltäglichen Erfahrungsräume mehr. Direkte Begegnungen bleiben durch nichts zu ersetzen.
Die Studie zeigt klar, dass es nicht um Hochglanzkampagnen geht, sondern um ehrliche, nachvollziehbare Einblicke in die tägliche Arbeit. Wer Landwirtschaft erlebt, entwickelt ein anderes Bewusstsein für Lebensmittel, Tierhaltung und Produktionsbedingungen. Offene Hoftüren, Schulbesuche oder regionale Initiativen ermöglichen genau jene Erfahrungen, die mehr Verständnis für die Landwirtschaft schaffen können. Denn Verständnis entsteht nicht von selbst, sondern wächst dort, wo Menschen einander begegnen.
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