Vor gut eineinhalb Jahren hat Husqvarna erstmals ihre Lösung für intelligente Kraftstoffeinspritzung vorgestellt. Verbaut ist diese in der Husqvarna 564 XP. Heuer bekam die BauernZeitung Gelegenheit, das neue Modell zu testen. Dabei wurde die Säge alles andere als geschont. Sie kam von Mai bis August im Weich- und Hartholz, bei der Starkholzernte, bei Durchforstungsarbeiten, aber auch bei der Aufarbeitung von Windwürfen zum Einsatz. So viel darf bereits jetzt gesagt sein: Die 564 XP setzt neue Maßstäbe in der 60-cm3-Klasse der Marke.
Copyright © Bauernzeitung
Vergaser Fehlanzeige
Doch eins nach dem anderen. Ausgestattet ist die 564 XP mit einem 5,4-PS-Kurzhubmotor mit Magnesiumkolben. Damit bringt die Säge 0,7 PS mehr mit als die 562 XP Mark II. Das spürte unser Tester auch im täglichen Gebrauch. Die intelligente Einspritzung macht einen Vergaser (und damit auch dessen manuelle Einstellung) überflüssig. Geregelt wird die Kraftstoffzufuhr über ein sensorgestütztes Motorsteuergerät, welches über einen Injektor das Gemisch direkt vor der Drosselklappe in den Luft- und Treibstoffkanal bringt. Das Steuergerät „entscheidet“ auch über den Zeitpunkt der Einspritzung und Zündung. Dass das in Sekundenbruchteilen akkurat passiert, ist zahlreichen Sensoren geschuldet.
Copyright © Maier
Tester Lucca Maier von der Firma Maitech lobte die Spritzigkeit der Säge.
Primer statt Kombischalter
Für Praktiker bedeutet das: Die Säge nimmt das Gas zügigst an und hält danach konstant die Drehzahl, gleich ob beim Ablängen oder dem Fällschnitt und auch dann, wenn Starkbloche jenseits der 100 Zentimeter Durchmesser auf der Agenda stehen. Dabei begnügt sich die 564 XP unter Last mit etwa zwei Tankfüllungen pro Stunde (laut Hersteller 0,64 Liter Tankvolumen). Verwendet wurde hierzu der herstellereigene Fertigtreibstoff Husqvarna XP Power.
Der fehlende Vergaser macht sich übrigens schon beim Startvorgang bemerkbar. Der von Husqvarna bekannte Kombischalter mit Choke hat bei der 564 XP ausgedient. Stattdessen hat die Säge nur eine Stopptaste und einen Primer. Letzterer ist laut Betriebsanleitung vor jedem Start sechs Mal zu betätigen. Ratschlag unseres Testers: Nach längeren Standzeiten und bei praller Sonne, insbesondere wenn sich der Kraftstoff in der Blase verflüchtigt hat, schaden auch ein, zwei zusätzliche Pumpstöße nicht.
Den Husqvarna-Ingenieuren darf man zu diesem System gratulieren. Im gesamten Testzeitraum sprang die Säge im Kaltstart spätestens beim zweiten Zug an. Warm ist die 564 XP schon beim ersten Zug wieder sofort auf Touren. Die intelligente Einspritzung verändert auch den Aufbau der Motorsäge. Unter der über die bewährten Schnellverschlüsse gesicherten Abdeckung wirkt der Raum rund um die Kühlrippen luftiger und dass trotz der, laut Hersteller, schmaleren Bauweise. Auch wenn die 564 XP über jede Menge Elektronik verfügt, kann die Wartung nach bekannten Mustern erfolgen, empfindliche Komponenten sind vor Wassereintrag geschützt. Generell verschmutzen die Kühlrippen des Modells wenig. Beim fest verschraubten, großflächigen Luftfilter sollte für optimale Leistung dennoch täglich eine Reinigung eingeplant werden. „Es ist eine Profisäge und als solche sollte sie auch behandelt werden“, meint unser Tester diesbezüglich und empfiehlt den Griff zur Druckluft. Ebenso ist auch auf eine korrekte Wartung der Schneidgarnitur zu achten.
Im Test lief die 564 XP mit der „XTough“-Schiene (50 cm) und der passenden X-Cut-Vollmeißelkette (3/8“, 72 Treibglieder). Unternehmensangaben zufolge sind bis zu 70 Zentimeter Schwertlänge möglich. In der getesteten Variante hatte der Tester ein – wie er sagt – spritziges und leicht zu führendes Gesamtpaket mit einem Gewicht von 5,8 Kilogramm (ohne Schneideinrichtung) zur Verfügung.
Für Komfort sorgt auch das Vibrationsdämpfungssystem. Stahlfeder-Komponenten und Gummis federn Stöße so ab, dass sich die Säge im Leerlauf am Boden kaum bewegt. Als hilfreich erweist sich auch das serienmäßig verbaute Sichtfenster am Treibstofftank. Gerade bei der Holzernte im Steilgelände lässt sich so besser abschätzen, was mit der aktuellen Tankfüllung noch möglich ist und was nicht.
Trotz geringer Neigung zum Verschmutzen ist sachgemäße Wartung Pflicht.
:quality(60))
Trotz geringer Neigung zum Verschmutzen ist sachgemäße Wartung Pflicht.
:quality(60))
Fazit
Die 564 XP ist eine leistungsstarke Allroundsäge. Als solche ist sie für alle Handgriffe in der motormanuellen Holzernte bestens geeignet. Agil wie die 550 XP Mark II, leistungsbereit wie die 572 XP und all das mit dem Gewicht der 562 XP Mark II vereint die Säge viel bewährte Husqvarna-Genetik und bringt diese auf den Punkt.
Der Einstieg der schwedischen Sägenprofis in die Welt der intelligenten Einspritztechnik darf somit als gelungen bezeichnet werden. So viel Komfort hat natürlich auch ihren Preis. Der UVP beträgt 1.775 Euro (inkl. MwSt.).
:format(jpeg):quality(60))
:format(png):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(png):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(png):quality(60))